Ladenburg

Ladenburg Boule-Freunde von 2005 spielen am Wasserturm ihren 8. Wanderpokal aus / Sieger: Willi Janz und Uli Stemmler

Sport bringt „Spaß und Lebensfreude“

Archivartikel

Die Sonne sticht, doch Lindenbäume spenden wohltuend Schatten, und vom Neckar her weht oft eine erfrischende Brise: So lässt es sich trotz vorsommerlicher Hitze auf dem Platz am Wasserturm der Römerstadt aushalten. Klappstühle, Strohhüte und Getränke verdeutlichen an diesem Tag: Die Boule-Freunde Ladenburg frönen einem Spiel für Genießer.

Seit dem Grünprojekt 2005 treffen sich die Anhänger des französischen Nationalspiels mit Kugeln regelmäßig auf dem Dammplatz oberhalb der Festwiese. Diesmal beteiligen sich insgesamt 19 Boule-Freunde. Auch Bürgermeister Stefan Schmutz nimmt für eine Runde teil.

Einen geeigneten Spielgrund hatte Stadtrat Fritz Lüns als Gründer des Interessenkreises der Boule-Freunde vor über 13 Jahren mit angeregt, als es den Landschaftsplanern darum ging, den Bereich rings um den Tresen am Fuß des Wasserturms zu beleben. Dies ist gelungen: „Wir treffen uns hier in der wärmeren Jahreszeit zweimal wöchentlich in geselliger Runde“, sagt Boule-Freund Franz Brunny, der den seit 2011 jährlich ausgespielten Wanderpokal zweimal gewann.

Im Winter im Glashaus

Im Winterhalbjahr wird im Glashaus am Reinhold-Schulz-Waldpark gespielt. „Die Treffen bringen Spaß und Lebensfreunde: Man hat ein Ziel, anregende Betätigung und trinkt zusammen ein Gläschen – das ist super“, findet Brunny. Fürs Essen zur Mittagszeit sorgt erneut Boule-Freund und Metzgermeister Adolf Kargl, Pokalgewinner von 2015.

Auch diesmal entscheidet das Los über die Zusammensetzung der bei 19 Teilnehmern unterschiedlich großen Teams. Dazu wird zunächst jedem Spieler eine Holztafel mit Nummer zugewiesen, die Bärbel Wittner als Glücksfee aus der sogenannten „Schicksalsdose“ zieht.

Stundenlang geht es anschließend darum, mit den eigenen Kugeln möglichst nahe an die Zielkugel zu gelangen, die „Schweinchen“ heißt, oder auf Französisch Cochonnet. Dies ist witzigerweise zugleich der Name einer Rotwein-Cuvée, die seit Jahren als Preis dient.

Das irgendwie an Südfrankreich-Urlaube erinnernde Flair lässt immer wieder Spaziergänger und Radfahrer anhalten und für eine Weile zuschauen. Es herrscht eine heiter-gelassene Atmosphäre, die immer dann einer gewissen Anspannung weicht, wenn es unter dem Einsatz des unbestechlichen Maßbandes um die Entscheidung ging: Wer hat seine Kugel dem „Schweinchen“ am nächsten platziert?