Ladenburg

Ladenburg Einwöchiges Sommercamp bei der LSV im Römerstadion / Am Freitag wird das Sportabzeichen abgenommen

Sport von montags bis freitags

Archivartikel

Ein gewaltiger Aufsitzrasenmäher dreht unter Getöse noch eine letzte Runde auf dem Gras, dann wendet der Fahrer und fährt die nächste Fläche im Römerstadion an. In die eintretende Stille hört man Julia Bongiovannis Stimme: „Kommt, wir laufen noch zwei Runden!“

Die 16 Kinder ihrer Gruppe folgen ihr, das eine oder andere mit dem Ehrgeiz, die Trainerin zu überholen, doch die sagt: „Langsam beginnen, dann werden wir immer schneller.“ Schon halb unterwegs, ruft ein Junge noch: „Ich bin beim letzten Mal Rekordzeit gelaufen!“

Doch erst mal geht es in gemächlichem Trab los; auf Zuruf verfällt die Gruppe in Lauftempo, und auf dem Rückweg können sich die Kinder dann so richtig austoben. Immer wieder gibt es beim Sommercamp der Ladenburger Sportvereinigung (LSV) solche Lauf-Einheiten, doch hauptsächlich geht es darum, die verschiedenen Leichtathletik-Disziplinen auszuprobieren und am Ende das Sportabzeichen abzulegen.

Als der Verein vor fünf Jahren zum ersten Mal ein Sommercamp veranstaltete, erklärt Leichtathletik–Abteilungsleiter Günter Bläß, sei es darum gegangen, die Kinder an den Verein heranzuführen: „Das Sportabzeichen stand anfangs gar nicht so sehr im Mittelpunkt.“

60 Kinder machen mit

Nun werden am letzten Tag des Camps aber Zeiten und Entfernungen beim Werfen, Laufen und im Weitsprung gemessen. Zuvor geht es eine Woche lang um Bewegung an der frischen Luft.

„Der Sport wird in der Schule ja oft vernachlässigt“, kritisiert Sibylle Gerhardy. Die Stellvertretende Vorsitzende der Abteilung Leichtathletik leitet das Camp, das sozusagen das Gegenprogramm darstellt: Eine Woche lang gibt es hier täglich Sport, und zwar von 9.30 bis 14 Uhr.

Dazwischen werden Trinkpausen gemacht und Mittagessen im Restaurant des Stadions eingeplant; 60 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren sind da, und sie verbessern, so Gerhardy, nicht nur ihre Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination, sondern lernen auch, auf einander einzugehen und Rücksicht zu nehmen.

Neben Bongiovanni, die sich mittlerweile als Lokalmatadorin in Sachen Laufsport etabliert hat, sind es vor allem Sportstudenten, die die Betreuung übernehmen; Anja, Jonas, Alexander sind mit ihren Gruppen überall auf dem Gelände unterwegs. Auch zwei Schülerinnen, Maja und Theresa, gehören zum Team; Maja ist zudem seit längerem Trainerin im Verein.

Auf dem Volleyballplatz werden Sandspiele gemacht, während eine andere Gruppe das Basketballfeld nutzt, um ihre Wurftechniken zu verbessern. Viele Kinder und Trainer, sagt die Leiterin, seien „Wiederholungstäter“, manche kommen seit mehreren Jahren immer wieder. Bei ihnen wie auch bei den Trainern geht Bläß’ Wunsch in Erfüllung, und sie bleiben dem LSV treu.

Üben mit dem Schleuderball

Bongiovannis Truppe ist mittlerweile fertig mit dem Lauftraining. Co-Trainer Manolo rollt nun ein riesiges Bandmaß auf der Wiese aus und verteilt Schleuderbälle: Die Kinder trainieren Weitwurf. Manche schaffen schon beachtliche Distanzen, andere tun sich noch schwer. Zum Üben haben sie an diesem Ferientag aber jede Menge Zeit.

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