Ladenburg

Ladenburg Gemeinnützige Organisation ermöglicht Rückkauf des Wasserturms / Sanierung in Abstimmung mit der Denkmalpflege

Stadt bestätigt „MM“-Bericht vom Samstag

„Der Ladenburger Wasserturm befindet sich wieder im Eigentum der Stadt.“ Mit einer Pressemitteilung bestätigt Bürgermeister Stefan Schmutz am Montag den Rückkauf des Wahrzeichens vom bisherigen Eigentümer, dem Seckenheimer Architekten Karlheinz Erny.

Der „MM“ berichtete am Samstag, dass der Kaufvertrag zwei Tage zuvor im Ladenburger Rathaus von einem Weinheimer Notar beurkundet wurde – die Verwaltung wollte sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht dazu äußern; Anfragen blieben unbeantwortet, Schmutz teilte lediglich per Kurznachricht mit, „dass wir Gerüchte nicht kommentieren“.

Nun also die Kehrtwende. Das Rathaus erklärt nun, dass der bauliche Zustand des Wasserturms maßgeblich für die Entscheidung gewesen sei ebenso wie die „nicht vorhandenen Möglichkeiten des privaten Eigentümers, eine Nutzungsperspektive für das Wahrzeichen der Stadt aufzuzeigen.“ Hilfe kommt nun offenbar von einer gemeinnützigen Organisation, die laut Pressemitteilung sowohl den Kaufpreis als auch die anstehenden Sanierungsarbeiten im Innen- und Außenbereich der Anlage übernehmen will.

„Gemeinderat einbezogen“

Ungewöhnlich ist das nicht. Nach der Gemeindeordnung ist eine Kommune nämlich berechtigt, Spenden, Schenkungen oder ähnliche Zuwendungen einzuwerben. Über ihre endgültige Annahme entscheidet der Gemeinderat; dieser sei „in den Verhandlungsprozess einbezogen“ worden und befürworte einstimmig den Rückkauf, versichert Schmutz.

Über die Identität des Geldgebers schweigt er sich jedoch aus und schreibt: „Zwischen der Stadt Ladenburg und der gemeinnützigen Organisation wurde über die konkrete Namensnennung des Schenkers Stillschweigen vereinbart.“ Eine Abrede, die mit den Vorschriften der Gemeindeordnung allerdings kaum vereinbar sein dürfte. Denn nach Paragraf 78 Absatz 4 sind die Gemeinden verpflichtet, in jährlichen Berichten an die Rechtsaufsichtsbehörde die Geber, die Zuwendungen und auch die Zuwendungszwecke anzugeben.

Viele Fragen bleiben offen

Grundsätzlich stellt Schmutz fest: „Für unsere Stadt ist diese großzügige Geste ein absoluter Glücksfall.“ Ermögliche sie doch die Instandsetzung „eines der stadtbildprägendsten Gebäude“ in der Römerstadt.

Das Ziel der Sanierung sei eine möglichst originalgetreue Wiederherstellung des 42 Meter hohen Turms, der 1903 errichtet wurde, um eine moderne Wasserversorgung zu gewährleisten.

„Die Sanierungsschritte“, erklärt der Rathauschef weiter, „erfolgen in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege und der Stadtverwaltung.“

Eine „belastbare Kostenschätzung“ liege im Moment nicht vor, heißt es weiter in der Pressemeldung; dass ein Geldgeber dafür, wie vom „MM“ berichtet, 500 000 Euro in die Hand nehmen müsste, wird also nicht bestätigt. Gleichwohl werde der städtische Haushalt durch Kauf und Sanierung „nicht belastet“, erfolge die Kostenübernahme doch „im Rahmen einer Schenkung“.

Zum Schluss gibt Schmutz immerhin noch ein Versprechen: Die Stadt wolle Gemeinderat und Öffentlichkeit in den kommenden Monaten über die weiteren Schritte „regelmäßig informieren.“