Ladenburg

Ladenburg Wohnmobilpark-Betreiberin unterstützt Pilotgruppe der Draußenschule mit Spende

Stadt fördert das Lernen im Freien

Archivartikel

Das Pumpenhaus am Waldparksee in Ladenburg: Vincent, Karla, Jasper, Sarah und Theo basteln gerade drinnen. Auf dem Tisch vor ihnen: Eierkartons, leere Klopapierrollen, Blechdosen, Kleber, Farben. Die Pilotgruppe der Draußenschule lässt sich kaum stören. Auch dann, als Bürgermeister Stefan Schmutz, seine Mitarbeiterin Nicole Hoffmann und Reporter eintreffen. Der Grund ihres Besuchs: Eine Spende in Höhe von 1500 Euro, die Manuela Mehrmann vom Wohnmobilpark überreicht.

„Draußenschule heißt Lernerfahrungen in der Natur zu machen, und diese Initiative unterstützt die Stadt“, erklärt Schmutz zunächst. Wie der „MM“ berichtete, will Grund- und Hauptschullehrerin Carolin Rückert zusammen mit Hanna Fuchs-Brecht, der neuen Chefin der „Initiative im Waldpark“, und weiteren Mitstreiterinnen eine solche Privatschule gründen. Noch sind die engagierten Frauen auf der Suche nach einem Standort in Ladenburg und Umgebung. Doch seit Oktober gibt es bereits die Pilotgruppe mit insgesamt acht Fünf- bis Neunjährigen. Drei sind an diesem Nachmittag krank. Die Erfahrungen mit den Kindern sollen dem Einrichtungskonzepts beiliegen, das Pädagogin Rückert im April ans Regierungspräsidium schickt.

„Kein elitäres Modell“

„Ziel ist es, eine freie Schule zu gründen, erst einmal als Grundschule, später dann mit Sekundarstufe I bis Klasse 10“, erklärt Rückert. Sie betont: „Es soll kein elitäres Schulmodell, sondern attraktiv für alle sein.“ Die gesetzlich fixierte Obergrenze an Gebühren liege bei monatlich 160 bis 180 Euro. Fachlich hat Rückert Erfahrung: Die ehrenamtliche Nachwuchsleiterin beim örtlichen Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) arbeitet an einer Mannheimer Grundschule. Jeden zweiten Montag unterrichtet die auch zur Waldpädagogin Ausgebildete im Stadtwald Käfertal. Das Interesse von Eltern sei groß, so Rückert.

„Auch was das Konzeptionelle betrifft, sind wir sehr optimistisch, dass es klappt“, sagt sie. Vorhaben wie ihres seien landespolitisch gewollt und im Bildungsplan verankert. Auf einem anderen Blatt stehe die noch offene Frage nach geeigneten Räumlichkeiten mit Grün drumherum. „Jedes große Ziel benötigt kleine Zwischenetappen wie das Angebot einer Pilotgruppe, die aber auf Arbeitsmaterialien angewiesen ist“, kommt Schmutz auf den Grund seines Besuchs. Die Betreiberin des Wohnmobilplatzes habe ein soziales Projekt unterstützen wollen und im Rathaus nachgefragt.

Für den erhaltenen Tipp ist Mehrmann dankbar: „Das Projekt ist wunderbar, davon bin ich wirklich begeistert“, sagt die ausgebildete Erzieherin, als sie den symbolischen Scheck übergibt. Wie sie mitteilt, ist der bisherige Ausweichplatz an der Skateanlage geschlossen. Weil sich Wohnmobiltourismus als wirtschaftsfördernd erweist, plant die Stadt an anderer Stelle neu.