Ladenburg

Ladenburg Die Stadt feiert eines der vielleicht schönsten Altstadtfeste überhaupt

Stefan Schmutz „Ich bin sehr glücklich, weil alles gepasst hat“

Archivartikel

Schon bei der Eröffnung auf dem Marktplatz war die gute Stimmung spürbar, die dieses Altstadtfest prägen sollte. Das hatte natürlich mit dem optimalen Wetter zu tun, aber nicht nur damit. Zumindest bis Redaktionsschluss gab es keine Schlägereien, keine schweren Verletzungen durch Stürze oder anderes, die die Stimmung hätten trüben können. Das sah auch Bürgermeister Stefan Schmutz so, der gegenüber dem „MM“ eine Bilanz der Großveranstaltung zog: „Ich bin sehr glücklich über das 45. Altstadtfest, weil alles gepasst hat. Ich bin fast geneigt, von einem perfekten Altstadtfest zu reden.“

Natürlich, räumt das Stadtoberhaupt ein, habe man Glück mit dem Wetter gehabt. „Aber es war von allen Seiten gut organisiert, und die Besucher zeigten sich friedlich, freundlich und in Feierlaune und haben zu diesem schönen Altstadtfest beigetragen.“

Trotzdem gibt es jedes Jahr aufs Neue Kritik wegen Besucherrückgängen, die mit dem frühen Abschalten der Musik in Verbindung gebracht werden. Der Bürgermeister kann diese Auffassung nicht teilen.: „Ich habe die Rückmeldung von vielen Vereinen, die mit diesem Ansturm nicht gerechnet hatten und früh ausverkauft waren oder nachbestellen mussten. Wir rechnen damit, dass mindestens 50 000 Besucher hier waren.“ Zudem betont er, dass im Pfarrgarten auch ohne Musik bis 2.30 Uhr gefeiert wurde.

Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten? Stefan Schmutz überlegt, spricht dann von einem bunten Programm von hoher Qualität. Dies werde durch die gute Stimmung bestätigt. Optimierungsbedarf sieht der Bürgermeister vor allembeim Sicherheitskonzept, bei Rettungs- und Fluchtwegen sowie bei An-, Abfahrt und Parken: „Das hängt damit zusammen, wie man die Leute sicher zum Fest und auf den Heimweg bringt.“

Den Eindruck, dass die Zahl der Flohmarktstände geschrumpft ist, kann Stefan Schmutz nicht teilen: „Die Zahl entspricht etwa der der Vorjahre.“ Besonders freut sich der Bürgermeister über den herzlichen Empfang für die Delegation aus Garango: „Sie waren sehr begeistert von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft.“

Gottesdienst als Bereicherung

Als Erfolg wertet er den ersten verkaufsoffenen Sonntag bei einem Altstadtfest: „Ich habe die Hälfte der Teilnehmer abgefragt und komme zu dem Fazit, dass sie das als gute Werbung ansehen. Und je nachdem, welche Angebote die Geschäfte haben, kaufen die Leute auch.“ Als Bereicherung bewertet Schmutz den ökumenischen Gottesdienst auf dem Marktplatz – ebenfalls eine Altstadtfest-Premiere: „Da kamen 300 bis 400 Leute. Ich würde mich freuen, wenn die beiden Kirchengemeinden an der Idee festhalten.“

Auch eine – nicht repräsentative – Umfrage bei Vereinen ergibt ein insgesamt positives Bild. „Beim Umsatz ist alles ok“, meint Seppl Würzburger von den ASV-Ringern. Vorsitzender Frank Weygold vom Minigolfclub spricht von einem sehr guten Altstadtfest. Ein Mitglied, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, schimpft auf das frühe Ende der Musik: „Die ist der Anziehungspunkt. Wenn sie aus ist, gehen die Leute.“

„Wir sind sehr, sehr zufrieden“, erklärt Josef Hoffmann von der Sängereinheit: „Gute Umsätze, einwandfreies Publikum, besser als vor einem Jahr. Das Problem: Die Helfer gehen aus.“ Positives vermeldet auch Holger Hellwig vom Liederkranz: „Im Vorjahr war es zwar etwas mehr, aber am Ende werden wir wieder ausverkauft sein.“ Beim Heimatbund war zu hören, dass vor allem am Samstagabend das Geschäft gebrummt und eine tolle Atmosphäre geherrscht hat. Einen Ausreißer gibt es: Wolfgang Hemberger vom FV 03 spricht zwar von einer zufriedenstellenden Bilanz, meint aber, dass sie nicht besser als 2017 ausfällt.

Info: Bilderstrecke unter morgenweb.de/Ladenburg

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