Ladenburg

Ladenburg Alte Wallstadter Straße fertig umgebaut / Eines der letzten Projekte von Bauamtsmitarbeiterin Nicole Ernst-Karch

Stellflächen sollen Parkdruck lindern

Archivartikel

„Ladenburg-West wächst.“ So bringt Bürgermeister Stefan Schmutz die starke Bauaktivität im Stadtteil auf den Punkt: Nach der Hockenwiese entstehe auf der schräg gegenüberliegenden Seite der Benzstraße bald das Neubaugebiet Im Matzgarten. Die Firma Werner Wohnbau sei dort aktiv geworden. Auch der Umbau der Astrid-Lindgren-Schule ab den Sommerferien und der geplante Neubau einer Kindertagesstätte in der Breslauer Straße werde in der Umgebung zu einem erhöhten Parkdruck führen. Abhilfe sollen 24 neue Stellflächen in der Alten Wallstadter Straße schaffen.

„Die Parkplätze werden bereits sehr rege angenommen“, stellte Schmutz zufrieden fest, als er die umgestaltete Fläche entlang des eigentlich längst stillgelegten Straßenstücks am Dienstag offiziell eröffnete. Den Parkstreifen sollen in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende Anwohner nutzen. Tagsüber stehen sie Mitarbeitern und Kunden der Betriebe im Gewerbegebiet Hohe Straße zur Verfügung. Montags bis Samstags von acht bis 18 Uhr dürfen Fahrzeuge jedoch nur mit Parkscheibe abgestellt werden, um Anhänger fernzuhalten. Darauf weist ein Schild hin. Die Beschränkung auf zwei Meter Fahrzeughöhe dient dazu, die Durchfahrt von Wohnwagen, Wohnmobilen und größeren Transportern zu verhindern.

Wie Schmutz ausführte, ist am Ende der Fläche ein Wendehammer aufgebaut worden. Es gebe zwei von Straßenlaternen erhellte Treppenabgänge zu Ostland- und Donaustraße. „Ein Team um unseren Bauhofschlosser Andreas Treiber hat jeweils Handläufe angefertigt und installiert“, erklärte Nicole Ernst-Karch als städtische Projektleiterin. Die im Rathaus für Tiefbaumaßnahmen zuständige Mitarbeiterin bestätigte, dass dies eines ihrer letzten Projekte in Ladenburg sei. Auf „MM“-Frage, wie lange sie die Stelle noch bekleiden werde, antwortete Schmutz: „Das werden wir zu gegebener Zeit kommunizieren.“

Stadtgärtnermeister Michael Martin teilte mit, dass auf dem Areal eine für Insekten nützliche Blühwiese eingesät worden sei. Im Herbst sei die Pflanzung von heimischen Blühgehölzen vorgesehen. Da der ursprüngliche Bebauungsplan an dieser Stelle einen Grünstreifen auswies, forderte das Baurechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises eine Änderung, um Parkplätze zulassen zu können. Um die öffentliche Akzeptanz der unter Anwohnern umstrittenen Maßnahme zu erhöhen, hatte die Verwaltung eine Umfrage durchgeführt.

Nach Auskunft von Schmutz befürworteten zwei Drittel der Nachbarn die neuen Parkflächen. Kritiker befürchteten, dass sich die Einbruchsgefahr erhöhen könnte und der nach wie vor bestehende Radweg in Mitleidenschaft gezogen werde. „Wir sehen aufgrund der Wegbreite kein Konfliktpotenzial mit dem Radverkehr“, sagte Schmutz. Bis jetzt liege das Kostenvolumen der Maßnahme ohne Bauhofleistungen bei rund 30 000 Euro. Schmutz dankte Alexander Schnell, dem Geschäftsführer der gleichnamigen Baufirma, für den raschen Umbau der Fläche. pj