Ladenburg

Ladenburg 122 Mädchen und Jungen sammeln seit gestern als Weise aus dem Morgenland Spenden in der ganzen Stadt

Sternsinger ziehen von Haus zu Haus

Archivartikel

„Schön, dass Ihr da seid!“ Mit diesen herzlichen Worten empfing der katholische Pfarrer Matthias Stößer gestern die Sternsinger in der St. Gallus-Kirche. „Ich habe mich riesig auf die Eröffnung der Aktion gefreut“, sagte Stößer im ökumenischen Gottesdienst zur Aussendung von 122 Mädchen und Jungen. Seitdem sind sie in Ladenburg unterwegs. Bis einschließlich Samstag, 5. Januar, ziehen sie singend von Haus zu Haus.

„Weil es mir Spaß macht.“ So hatte die zehnjährige Luisa Tasch ihr Engagement bereits beim Vorbereitungstag vor einigen Wochen gegenüber dem „MM“ erklärt. „Ich würde mir wünschen, dass alle Leute ihre Türen aufmachen und sich freuen, wenn wir singen“, sagte Luisa vor ihrem vierten Einsatz als Sternsingerin. Wie sie freuen sich alle darauf, mit anderen Kindern Spenden für einen guten Zweck zu sammeln. Diesmal lautet das Motto „Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“.

Im vergangenen Jahr 21 192 Euro

Gemeindereferentin Silvia Streun machte im Gottesdienst gestern anhand einer Einrichtung für behinderte Kinder im genannten Beispielland noch einmal deutlich, wem das Geld zugutekommt. Vergangenes Jahr waren allein in Ladenburg 21 192 Euro gesammelt worden. Im biblischen Begleittext zur Aktion ging es um einen gelähmten Mann, der wieder auf die Beine gekommen sein soll, nachdem ihn Freunde zu Jesus gebracht hatten. „Alleine fühlt man sich hilflos, aber wenn man Freunde hat, die einem helfen, sieht alles ganz anders aus“, interpretierte Streun die mit großen Bildern illustrierte Geschichte.

Dass Sternsinger durch ihren bundesweit insgesamt 61. Einsatz vielen benachteiligten Altersgenossen weltweit zu Helfern werden, verdeutlichte das Lied „Kinder können was bewegen“, das alle gemeinsam sangen. Am morgigen Freitag ist am Vormittag auch wieder eine Abordnung der Sternsinger bei Bürgermeister Stefan Schmutz im Rathaus zu Besuch. Auch dort bekommen die jungen Sternträger neben Lob sicher eine Geldspende mit auf ihren weiteren Weg.

Als Zeichen des Dankes erneuern die Sternsinger mit Kreide an jeder Tür jene drei Buchstaben, die zusammen mit der Jahreszahl 2019 für den Segen „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne dieses Haus) stehen. Die drei Lettern erinnern zugleich an die Vornamen jener „Weisen aus dem Morgenland“, die laut Überlieferung einem auffallenden Stern zur Jesus-Krippe nach Bethlehem folgten und Caspar, Balthasar und Melchior hießen.

Pfarrer Stößer segnete neben Kreiden und Sternsymbolen ebenso den aromatisch duftenden Weihrauch-Harz, der die damals kostbaren Gaben der „Heiligen Drei Könige“ symbolisieren soll. Karin Bentzinger, Christine Bode, Ursula Knopf, Michael Kühnhold, Wolfgang Ibach, Christian Schadwinkel und Gemeindereferentin Streun hatten die örtliche Aktion vorbereitet. Insgesamt rund 40 jugendliche und erwachsene Betreuer begleiten die Sternsinger nun.