Ladenburg

Schriesheim Altenbach wird als Sanierungsgebiet ausgewiesen

Steuerliche Vorteile für Modernisierung

Dass die Stadt auf eine Teilnahme am Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) zu Gunsten des Landessanierungsprogramms verzichten will, das stieß im Ortschaftsrat Altenbach auf Kritik. „Wir haben mit diesem Programm sehr gute Erfahrungen gemacht, jetzt können wir es beerdigen“, kritisierte Karl Reidinger (CDU). Dem schlossen sich die anderen Ortschaftsräte an.

„Man muss dem ELR nicht nachweinen“, meinte dagegen Ortsvorsteher Herbert Kraus. Beim Sanierungsprogramm gebe es zwar keine Fördermittel, die Eigentümer könnten ihre Ausgaben aber steuerlich geltend machen. Ziel der Verwaltung bleibe, Altenbach für junge Familien attraktiv zu gestalten.

Ziel bleibt Ansiedlung von Familien

Bürgermeister Hansjörg Höfer sah dies ebenso. Altenbach habe in den letzten Jahren Einwohner verloren, etliche Häuser stünden leer und seien sanierungsbedürftig. Auf der anderen Seite gebe es hier noch Grundstückpreise „auch für einen schmaleren Geldbeutel“.

Welche Vorteile das Landessanierungsprogramm für die jeweiligen Eigentümer hat und wie es durchgeführt wird, darüber informierte ausführlich Architekt Thomas Thiele, der seit 2010 zahlreiche Projekte in Schriesheim betreut hat.

Schmackhaft machte er den Ausblick auf die steuerlichen Abschreibungen sowohl bei selbst- als auch bei fremdgenutzten Immobilien, die über zehn Jahre in dem abgegrenzten Sanierungsgebiet geltend gemacht werden und vor Ort zu einer nachhaltigen Verbesserung der Wohnsituation führen könnten.

„Keine Luxussanierung“ gefördert

„Natürlich werden keine Luxussanierungen steuerlich begünstigt“, warnte Thiele. Zu den förderungswürdigen Maßnahmen gehören zum Beispiel Instandsetzungen, Wärmedämmung, neue Heizungen, aber auch die Schaffung von Stellplätzen, Herstellung von Barrierefreiheit wie auch die Modernisierung der technischen Infrastruktur.

Der Hausbesitzer muss lediglich einen formlosen, aber inhaltlich schlüssigen Antrag mit einer Kostenschätzung stellen. Thiele warnte jedoch vor vorzeitigem Baubeginn: „Das wäre förderschädlich.“

Bürgermeister Höfer bat die Ortschaftsräte um eine schnelle Entscheidung, die noch in diesem Monat erfolgen müsse. Einmütig stimmte das Gremium schließlich der Linie der Verwaltung zu. greg