Ladenburg

Ladenburg Kleingärtner sparen für neues Vereinsheim am Heddesheimer Weg / Neue Vorstandschaft bestätigt

Team um Jürgen Weygold zeigt Weitsicht

Archivartikel

Nach einem turbulenten Jahr 2018 scheinen sich die Wogen beim Kleingartenverein Ladenburg zu glätten. Zwar lief auch die jüngste Hauptversammlung im vollbesetzten evangelischen Gemeindesaal nicht ohne Diskussionen ab. Doch stellte sich am Ende die Mehrheit der anwesenden 93 Mitglieder bei elf Gegenstimmen und drei Enthaltungen hinter einen entscheidenden Antrag der Vorstandschaft um Jürgen Weygold. Somit zahlen 157 Pächter innerhalb von sechs Jahren eine Sonderumlage von insgesamt 300 Euro für Abriss und Neubau des Vereinsheims in der Anlage Heddesheimer Weg.

„Vielleicht unterstützt uns die Stadt Ladenburg sogar dabei“, stellte Weygold vor der Abstimmung in Aussicht. Doch sei das Vorhaben für den 208 Mitglieder zählenden Verein auf keinen Fall kostenlos zu haben. Um einen Grundstock zu bilden, wird nun ein Umlagekonto angelegt. Am Ende stünden 47 100 Euro zur Verfügung, so Weygold. Bei entsprechender Eigenleistung der Kleingärtner rechnet er mit 80 000 Euro für den Neubau. Der Abriss des in die Jahre gekommenen Domizils soll einschließlich Asbestentsorgung 10 000 Euro kosten. „Das Gebäude ist nicht einsturzgefährdet und momentan weiterhin nutzbar, aber irgendwann ist es fällig und wir sollten vorbereitet sein“, zeigte Weygold Weitsicht.

Sein Vorgänger Uwe Breitbarth hatte den Abriss wegen angeblich statischer Probleme bereits bei der Hauptversammlung im April 2018 im Visier. Doch legte er sein Amt „aus gesundheitlichen und privaten Gründen“ bald darauf nieder. Einen Stellvertreter gab es nicht.

Diskussion über zweite Anlage

Nach einer außerordentlichen Versammlung Ende Oktober stellte Weygold als neuer Chef fest: Es werde nicht abgerissen, bevor ein akzeptabler Vorschlag für eine Zukunft auf dem Tisch liege (wir berichteten). „Wir haben viele neue Pächter und gehen in die nächste Generation“, sagte Manuela Riedel jetzt als Anlagenleiterin. Aufgrund der laut ihres Berichts guten Stimmung bei jüngsten Gemeinschaftsarbeiten ist auch sie optimistisch, auf genügend helfende Hände bauen zu können.

Diskussion gab es auch um die zweite Anlage Aufeld. Diese wurde kürzlich um zehn Schrebergärten auf 38 Parzellen erweitert, nachdem die frühere Anlage Weinheimer Weg dem Neubaugebiet Nordstadt-Kurzgewann weichen musste. „Die Entschädigungen sind nicht so hoch ausgefallen wie erwartet“, bedauerte die ebenso wie Weygold im Amt bestätigte Kassiererin Dorit Dioši . Jüngere Pächter („Wir haben geschuftet!“) wehrten sich gegen die von älteren Mitgliedern geäußerten Vorwürfe, es mangele an Einsatz, und forderten „mehr Führung, damit es endlich vorangeht“ im Aufeld. „Ich verstehe den Unmut, und wir sind dabei, die Probleme zu lösen“, versprach Weygold. „Macht der neuen Vorstandschaft das Leben nicht so schwer“, beschwor Hermann Dolezal (Oftersheim) vom Bezirksverband Mannheim die Versammlung. Die Mitglieder zeigten sich denn auch versöhnlich, als nach einer Sitzungspause der Einnahmen- und Ausgabenplan für 2019 detaillierter als zuvor präsentiert wurde. pj