Ladenburg

Ladenburg Erneut kein Kassenbericht bei Hauptversammlung / Neuer Vorstand im Amt

Tennisclub mit finanziellen Problemen

Archivartikel

Mario Unholz hat am vergangenen Samstag erneut die ehrenamtliche Aufgabe des 1. Vorsitzenden beim Tennisclub Ladenburg (TCL) übernommen. Der 50-Jährige hatte diesen Posten, der laut neuer Satzung ab jetzt Präsident heißt, bereits zwischen dem Fusionsjahr 2009 und 2017 bekleidet. Sein zwischenzeitlicher Nachfolger Ralf Große-Wilde sei am 26. Juni zurückgetreten, teilt Unholz am Tag nach seiner Wahl mit. Die gesamte örtliche Presse war nämlich nicht zur jüngsten TCL-Hauptversammlung eingeladen worden.

„Müssen uns neu aufstellen“

Folgenden Grund führt ein neues Vorstandsmitglied auf Nachfrage an: Es seien Interna besprochen worden, die nichtöffentlich seien. Man habe Mitglieder schützen wollen. So fand am Sonntagabend ein Pressegespräch mit sechs Vorstandsmitgliedern des rund 450 Mitglieder zählenden Vereins statt. „Wir müssen das Jahr 2019 aufarbeiten und uns neu aufstellen, sind aber wieder handlungsfähig“, gibt Unholz die Marschroute der kommenden Wochen vor. „Wir haben einiges vor der Brust wie anstehende Turniere“, sagt Thomas Gerhardy als Vizepräsident Sport. Das wohl größte Problem: „Der Verein hat finanzielle Schwierigkeiten“, räumt der neue Finanzchef Christian Ott (Schriesheim) ein.

Wie diese Redaktion bereits aus der Hauptversammlung im März 2019 berichtet hatte, lag damals kein Kassenbericht vor. Die Vorstandschaft konnte damals für 2018 nicht entlastet werden. Dies wurde inzwischen zwar nachgeholt, doch liegt bislang für 2019 keine Bilanz vor. „Wir erwarten vom ehemaligen ersten Vorsitzenden, dass wir die Unterlagen kriegen“, betont Finanzchef Ott. Auf Anfrage dieser Reaktion nimmt Große-Wilde Stellung: „Das haut mich aus den Socken: Natürlich erhält der Verein Zugang zu allen Unterlagen.“ Dass kein Kassenbericht vorliege, habe mit mangelnder Zeit zu tun. „Ich kann alle im Raum stehenden Vorwürfe entkräften“, betont Große-Wilde am Montag gegenüber dieser Redaktion.

Vorsitzender zuversichtlich

„Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet, aber das ist nichts, was uns umbringt“, zeigt sich Unholz zuversichtlich. Er sagt aber auch: „Das Verhalten meines Vorgängers gibt uns Rätsel auf.“ Als „nichts mehr gelaufen“ sei, habe er, Unholz, sich dem Hilferuf des Vereins trotz reizvoller anderer Aufgaben nicht verschlossen. Aufgrund der Erfahrungen im vergangenen Jahr und obendrein unter dem Eindruck hoher Einnahmeverluste von laut Ebs bis zu 30 000 Euro in der Corona-Krise habe man die Vereinssatzung von 2009 nach einer Vorlage des Badischen Sportbunds modernisiert.

„Die Mitglieder haben mehr Möglichkeiten den Vorstand zu kontrollieren“, sagt Unholz. Das geänderte Regelwerk, dem am Samstag mehrheitlich zugestimmt wurde, ermöglicht aber auch eine rückwirkende Beitragserhöhung fürs laufende Jahr durch die Mitgliederversammlung. Dieser „letzte Ausweg“ (Ott) gefalle nicht allen, doch sei die Mehrheit der rund 120 Mitglieder am Samstag dafür gewesen. „Das war uns wichtig, um handlungsfähig zu bleiben“, begründet Ebs den Passus.

„Viele Mitglieder haben Bereitschaft zur Unterstützung ausgedrückt“, sagt Vizepräsidentin Kirsten Ahrens. Das verkleinerte Team des Vorstands um Unholz besteht aus diesen sechs nunmehr gleichhaftenden Vizepräsidenten: Christian Ott (Finanzen), Thomas Gerhardy (Sport), Lena Jäger (Jugendsport), Denis Ebs (Sportentwicklung), Wolfgang Hoss (Breitensport) und Kirsten Ahrens (Beachtennis). pj

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