Ladenburg

Ladenburg „Goldener Klumpen“ für Mannheimerin Lilly Hartmann / Markus Rohr aus Edingen-Neckarhausen auf Platz zwei

Unterhaltsame Improvisationen

Ein Kindertraum? „Astronaut!“, ruft ein Besucher. Der Akteur auf der Bühne will noch ein Musikgenre hören. „Jazz!“, heißt es. Von den Moderatoren des Abends dazu aufgefordert, löst die zwölfjährige Juli als eingangs gekürte „Wellenbeauftragte“ das Startsignal aus: Alle reißen zu einem ansteigenden Jubelruf die Arme in die Luft. Schon geht die Improvisationstheater-Szene mit den genannten Stichworten los: Die 13. Impro-Fightnight, also Kampfnacht, in der Ladenburger Pflastermühle beginnt.

Um es vorweg zu nehmen: Nach sieben spontanen Spielrunden mit neun Teilnehmern aus der Region sowie aus Aschaffenburg, Cottbus und Münster nimmt „Million Dollar Baby“ alias Lilly Hartmann vom Improtheater Mannheim die begehrte, sternförmige Trophäe entgegen, die augenzwinkernd „Goldener Klumpen“ genannt wird. Die Frau mit der enormen Bühnenpräsenz kann sich im Finale gegen ihren hartnäckigsten Verfolger durchsetzen: „Housemeister Rudi“, besser bekannt als Markus Rohr von „Die Szenemacher“ aus Edingen-Neckarhausen, landet knapp auf Platz zwei.

„Haben Sie etwas getrunken?“

Die beiden Spitzenreiter sammelten in wechselnden Dreiergruppen und mit verschiedenen Formaten über das „Applausometer“ beim Publikum ebenso konstant Punkte wie beim gestrengen „Hermann Grünberg“. Hinter der Figur des Kritikers verbarg sich erneut der großartige Michael Quednau aus den Reihen der Gastgeber von „Stehgreif und Guck“. Ätzend, ätzender, „Grünberg“: So harsch fällt die Kritik an „belang- oder inhaltlosem“ Spiel bisweilen aus, dass die Moderatoren Carolin Hellinger-Ingerfurth und Christoph Balmert einige Male um Gnade für die Akteure bitten.

Das seiner durchaus kompetenten Einschätzung nach oft zu großzügig Punkte vergebende Publikum spart Quednau von seinen beißenden Kommentaren nicht aus: „Hören Sie mir nicht zu oder haben Sie etwas getrunken?“

Dass die so Angesprochenen dann nur noch mehr Spaß haben und Quednau gerne ein bisschen übertreibt, um den Besuchern die Feinheiten des Impro-Theaters und seiner Formatvarianten näher zu bringen, das macht den Reiz dieser Reihe mit aus. Zum 13. Mal bereits erfreut sich die Fightnight großer Beliebtheit. Auch die Aktiven vom Trägerverein für „Kiste“ und „Pflastermühle“, die ehrenamtlich hinter dem Tresen stehen und Getränke verkaufen, sind Fans dieses alternativen Theatergenres, das von Spielwitz, Tempo und Spontaneität lebt: „Wir freuen uns schon auf die 14. Auflage“, sagt einer. Und dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

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