Ladenburg

Ladenburg Überreste der Silvesterknallerei auf öffentlichen Plätzen großes Ärgernis / Leser plädiert für Verbot / Bürgermeister sieht nicht die Stadt in der Pflicht

Verursacher sollen Unrat beseitigen

Archivartikel

Böller und Raketen gehören für viele zu Silvester wie gute Wünsche und Vorsätze fürs neue Jahr. Doch schütteln ebenso viele den Kopf angesichts von haufenweise hinterlassenem Unrat nach der Knallerei auf Straßen und Plätzen. Beispiel Ladenburg: Die Promenade zwischen Wasserturm und Bury-Skulptur ist am Neujahrsmorgen übersät von Feuerwerk-Überresten, Sektflaschen und Müll, darunter viele Papierfetzen und Plastikteile, die vom Wind auf benachbarte Grünflächen getragen und in der ganzen Umgebung verteilt werden.

Ob man diesen unschönen Anblick als „eine Katastrophe“ bezeichnen will, wie der Vater einer vierköpfigen Familie aus Ladenburg beim Neujahrsspaziergang sagte, ist Ansichtssache. Doch Fakt ist: „Man sollte den Dreck, den man auf öffentlichen Plätzen verursacht, in mitgebrachten Müllsäcken wieder mit nach Hause nehmen, notfalls am nächsten Vormittag“, findet der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Außerdem gibt er zu bedenken: „Das landet doch sonst teilweise im Neckar und trägt letztlich zur Plastikflut in den Meeren bei.“

Auch aus diesen Gründen sagt Bürgermeister Stefan Schmutz auf „MM“-Anfrage klipp und klar: „Die Hinterlassenschaften des Feuerwerks sind am nächsten Tag von den Verursachern zu beseitigen und nicht durch die Mitarbeiter des Bauhofs auf Kosten der Allgemeinheit.“ Eine zusätzliche Problematik: Wie das Bundesumweltamt bekannt gab, werden zu Silvester durch Böller und Raketen rund 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das ist laut Experten zwar ungesund, jedoch seien die Werte nur kurzfristig extrem erhöht und würden sich in der Regel schnell wieder auflösen.

„Irrsinn verbieten“

Eine Radfahrerin, die den Reporter am Wasserturm beim Fotografieren sieht, hält an und meint, es sähe zwar schlimm aus, aber man solle das nicht so hoch hängen: An dieser Stelle der Stadt hätten sich eben auch in der Silvesternacht vor allem Jugendliche getroffen. „Die denken sich da einfach nichts dabei.“ Für Rainer Döhring taugt Gedankenlosigkeit nicht als Entschuldigung: „Es ist pervers, wie es hier aussieht.“ Der Hundehalter fügt hinzu: „Und ich lese Hundehaufen auf, die im Gegensatz zu Alukonfetti, Plastikmüll und Glasscherben bald zerfallen würden.“ Sein Vorschlag lautet: „Dieser ganze Irrsinn gehört verboten.“ Wer auf „Krawumm“ stehe, der möge doch für ein zentrales Feuerwerk spenden, das die Stadt vorbereiten solle.

Immerhin ist an einer öffentlichen Abfalltonne ebenso wie an einigen weiteren Stellen in der Stadt, beispielsweise am Marktplatz und an der Deichwiese, zu sehen, dass sich mancher „Feuerwerker“ um ein Minimum an Bürgersinn bemüht hatte: Rings um die Mülleimer herum warten dort abgelegte Discounter-Klarsichthüllen voller abgebrannter Feuerwerkskörper darauf, abgeholt zu werden. Unter anderem damit haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofs zu tun. Und zwar insgesamt „vier bis fünf Arbeitstage lang“, wie man bei der Verwaltung schätzt. Auf rund einen Kubikmeter belaufe sich die Menge an Müll durch Silvester.

Erfreulich sei, dass sich das Zünden von Böllern und Raketen in der Altstadt „in Grenzen gehalten“ habe und daher die Brandgefahr der denkmalgeschützten Gebäude minimal gewesen sei. „Im restlichen Stadtgebiet“, so die Pressestelle, „gab es Schwerpunkte, an denen recht viel Feuerwerk abgebrannt wurde“.