Ladenburg

Ladenburg Veranstalter des 1. Internationalen Filmfestivals ziehen erfolgreiche Bilanz / Siddiq Barmak erhält Publikumspreis

„Vier Tage lang gelacht, geweint und diskutiert“

Archivartikel

Das 1. Internationale Filmfestival in Ladenburg ist mit der Preisverleihung im Domhofsaal erfolgreich zu Ende gegangen. „Mit einem Paukenschlag, viel Jubel und Freude wollen wir uns verabschieden“, sagte die junge Film- und Medienwissenschaftlerin Caroline Fuchs als Moderatorin eingangs. Und dies gelang den Veranstaltern genauso, auch wenn zuvor „vier Tage lang gelacht, geweint und diskutiert“ wurde, so Fuchs. Lacher ernteten sowohl Festivalleiter Hassan Nazeri als auch Bürgermeister Stefan Schmutz, der die Schirmherrschaft gerne übernommen hatte, für humorvolle Worte.

Zwischen 50 und 150 Zuschauern

Lautstarken Applaus von rund 150 Gästen nahmen schließlich die Preisträger entgegen. Als Schirmherr zog Schmutz zunächst ein Fazit: „Die Beiträge haben erreicht, was sie erreichen sollten: Zum Nachdenken und zur Diskussion über Fluchthintergründe und Menschenwürde anregen.“ Das gewählte Thema „Sicherheit in Afghanistan“ sei mutig, aktuell und politisch gewesen. Tatsächlich zeigten 20 mehrheitlich hochgelungene Beiträge unterschiedlicher Genres den Alltag am Hindukusch schonungslos auf. Jeweils zwischen 50 bis 150 Zuschauer aus Ladenburg und der Region sahen im Domhof, evangelischen Gemeindehaus und Jugendzentrum „Kiste“ nicht nur zu, sondern diskutierten anschließend mit den Künstlern. Selbst ein Seminar über afghanisches Kino fand Teilnehmer. Die Bilanz der ehrenamtlichen Veranstalter: „Wir hätten mit einer Resonanz in dieser Stärke nicht gerechnet, sind hochzufrieden, tief bewegt und dankbar“, so die Mitorganisatorin Sabine Weil.

Der Bürgermeister bescheinigte sichtlich bewegt dem siebenköpfigen Förderverein namens „WaLa“ um Nazeri und Weil sowie allen Unterstützern, darunter der Trägerverein des Jugendzentrums „Kiste“: „Hier wurde so viel Unglaubliches möglich gemacht, dass es frappierend ist. Seien Sie stolz auf sich: Sie haben Großes vollbracht.“ Als Mitglied der Jury bekräftigte Michael Ackermann (Film Commission Nordbaden) aus Mannheim: „Was Sie auf die Beine gestellt haben, ist unglaublich großartig.“

Begrüßung mit „Moin, Moin“

Dank hörten auch private Gastgeber der weitgereisten Filmemacher. „Ich danke den guten Leuten von Ladenburg“, sagte eine Künstlerin. „Gastfreundschaft und Liebenswürdigkeit in dieser wunderschönen Stadt“, würdigte Golden Globe-Gewinner Siddiq Barmak, der für seinen bereits hochdekorierten Spielfilm „Osama“, mit dem das Festival eröffnet wurde, den Publikumspreis bekam und „zu jedem künftigen Festival gerne wieder nach Ladenburg kommen“ will.

Ein letztes Mal begrüßte Nazeri die Besucher mit „Moin, Moin“, was er sich beim Medienpraktikum für Flüchtlinge in Hamburg angewöhnt hat, und dem arabischen Friedensgruß „Salam“. Die Mannheimer Musiker Markus Sprengler (Gesang) und Peter Kassner (Gitarre) trugen zwei Songs über den Preis der Freiheit und die Bedeutung von Flucht bei. Große Freude lösten die Festivalpreise aus: Die Herstellung der Mini-Teppiche aus Afghanistan kam einer Hilfsorganisation zugute, die Straßenkindern hilft. „Oh My God“ rief Doppelgewinner Barmak gerührt aus, als er die Preise mit dem Festivallogo sah. „Wir waren überrascht, wie vielfältig und qualitätvoll alle 20 Filme waren“, betonte die Heidelberger Dokumentarfilmerin Dr. Elke Werry als Jury-Mitglied neben Schriftsteller Salim Alafenisch (Heidelberg), Ackerman und Nazeri.