Ladenburg

Ladenburg Begehung der Trasse der künftigen L597 neu auf der Gemarkung der Römerstadt

„Vor allem Lastzüge haben ohne Ampeln fast keine Chance“

Archivartikel

Eine Nische zwischen Weststadt und Industriegebiet, zwischen L 597 und Ilvesheimer Straße: Felder, Wiesen, Gebüsch. Mit der Idylle am Rand von Ladenburg wird es bald vorbei sein. Denn 2019 beginnt hier der Bau der L597 neu. Rund 20 000 Autos werden nach Vollendung der Neckarbrücke in etwa sechs Jahren über diese Straße rollen. Eine Begehung des etwa ein Kilometer langen Trassenteils auf Ladenburger Gemarkung gilt vor allen dem Zu- und Abfahrten.

Nicht unproblematisch ist die Zufahrt von der alten L597, die künftig wegen der Brücke mehr Verkehr anziehen wird. Die Ladenburger Stadtverwaltung befürchtet nämlich Rückstaus, falls eine Ampelanlage den Verkehr regelt und plädiert für einen Kreisel. Daraus wird aber nichts, wie Markus Schievenhövel vom Regierungspräsidium Karlsruhe dem „MM“ auf Anfrage mitteilte: Ein Kreisel sei „nicht leistungsfähig genug und hat einen höheren Flächenbedarf“. Die Zufahrt liegt zwischen dem Bauhof der Stadt und der Einfahrt ins Industriegebiet.

Die zweite Auf- und Abfahrt wird an der Alten Wallstadter Straße gebaut. Auch hier soll es eine Ampelanlage geben, was Stadtbaumeister Andre Rehmsmeier vernünftig findet: „Bei den 20 000 Autos, die täglich über die Straße fahren, haben vor allem Lastzüge ohne Ampel fast keine Chance.“ Bei der Zufahrt wird es auch eine Radwegüberführung geben. Rehmsmeier rechnet nicht damit, dass wegen der neuen Straße viel zusätzlicher Verkehr durch das Gewerbegebiet rollt.

Dann durchschneidet die Trasse Wiesen und Felder, rückt bis auf 60 Meter an die Grundstücksgrenze des Anwesens Banaterstraße 60 heran, rund 80 Meter bis an das Haus. Die anderen Gebäude liegen weiter weg. Auf der Höhe des Wohngebiets und ein Stück darüber hinaus in Richtung Ilvesheimer Straße soll ein vier Meter hoher Lärmschutzwall entstehen. Noch stört nur gelegentlich ein Geräusch aus dem Gewerbegebiet die Ruhe. Das wird sich ändern.

Die Trasse wird dicht am Industriegebiet vorbeilaufen und im „Slalom“ zwischen zwei Hochspannungsmasten. Schließlich ist der große Erdhügel am Rand der Ilvesheimer Straße erreicht. Er besteht aus Aushub, der beim Bau des Schriesheimer Branichtunnels angefallen war. „Der Hügel wird so modelliert, dass er als Rampe für die Brücke dienen kann“, erläutert der Bauamtsleiter. Auch an der Zufahrt von der Ilvesheimer Straße auf die neue Trasse kommt eine Ampelanlage zum Einsatz. Wegen dieser Zufahrt wird der Verkehr in der Ilvesheimer- und in der Bahnhofstraße leicht zunehmen, ist Rehmsmeier überzeugt.

Rund 40 Meter entfernt von dieser Zufahrt steht ein einzelnes Haus, früher ein Palettenhandel. Die Bewohner werden sicherlich unter Lärm zu leiden haben. „Gebäude im Außenbereich werden lärmtechnisch wie Gewerbegebiete behandelt“, sagt André Rehmsmeier dazu. Deshalb wird es hier auch keinen Lärmschutzmaßnahmen geben.

Ausgleichsflächen für das Projekt entstehen am Neckar und an der Straße In der Au, auf einer Fläche hinter dem St. Johannes-Kindergarten. Dazu kommen Baum- und Gehölzpflanzungen neben der Trasse. Dafür müssen landwirtschaftliche Flächen geopfert werden, ebenso für die Trasse selbst. „Die Landwirte sind immer unglücklich darüber“, erklärt der Bauamtsleiter dazu. Karl Meng ist nicht nur unglücklich, er ist sauer: „Leider werden dabei mit die besten Böden auf der Gemarkung zugebaut“, erklärt der Vorsitzende des Bauernverbands. Nach Angaben von Rehmsmeier nimmt das Projekt L597 auf Ladenburger Gemarkung insgesamt 4,3 Hektar in Anspruch, davon vier Hektar landwirtschaftliche Fläche oder Grünland. „Und die Ausgleichsflächen in gleicher Größe werden ebenfalls der Landwirtschaft entzogen“, so Meng.

Info: Mehr Fotos unter: www.morgenweb.de/ladenburg

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