Ladenburg

Ladenburg Regionalstelle des Technischen Hilfswerks veranstaltet „Spaßolympiade“ / Rund 50 Teilnehmer auf der Festwiese / Mädchen fühlen sich akzeptiert

Vor allem Teamgeist ist gefragt

Archivartikel

Vier Minuten! So lange ist es Jan Hormuth gelungen, zwei wassergefüllte Halbliterkrüge mit seitlich ausgestreckten Armen zu stemmen. Dank dieser Leistung des 14-jährigen Ladenburgers machte dessen gesamter Ortsverband an der Station „Barkeeper“ eine gute Figur bei der Spaßolympiade der Regionalstelle des Technischen Hilfswerks (THW) auf der Festwiese am Römerstadt-Wasserturm. Denn in dieser Zeitspanne beförderten die anderen Mitglieder der örtlichen Jugendgruppe viel Wasser von der Wanne auf der einen Seite des Biertischs zur anderen gegenüber.

„Damit bin ich nicht zufrieden“, ärgert sich Aylin Glahn dagegen an einer anderen Station ein wenig. Dabei waren die 17 Meter doch gar nicht schlecht. Soweit konnte in der vorgegebenen Zeit eine Leitung aus PE-Rohrstücken immer weiter verlängert werden, ohne dass der darin rollende Golfball auf den Boden fiel. Gleich darauf konnte die 16-Jährige aber schon wieder mit ihrer jüngeren Schwester Pervin lachen.

„Die Gemeinschaft ist cool“

Die 15-Jährige gehört ebenso zur THW-Jugendgruppe wie neben Jan auch Aaron Casuccio (11) und Jascha Arnold (8). „Unser Vater ist beim THW, und wir sind dort aufgewachsen“, berichtet Aylin und erklärt: „Am THW gefällt mir, dass man Sachen machen kann, die uns Mädchen sonst nicht so zugetraut werden.“ Da nickt die 23-jährige Silvia Seidlitz aus Heidelberg: Die Physikerin hat im Mai ihre Grundausbildung beendet und ist im THW-Bereich Bergung tätig.

Mindestens so weit will es Aaron auch bringen: Der Schüler des Carl-Benz-Gymnasiums ist technikinteressiert und fühlt sich seit anderthalb Jahren wohl in der aktuell neunköpfigen THW-Jugend Ladenburg. „Die Gemeinschaft ist cool: Wir machen Ausflüge und Übungen, und es ist auch jede Menge Spaß dabei“, sagt er im Gespräch und fügt hinzu: „Ich kann mir schon vorstellen, mit 17 die Grundausbildung zu machen und nach der Abschlussprüfung aktiver Helfer zu werden.“

Das hätten die Ortsjugendbeauftragte Aurelia Wilk sowie Stefan Gall, der Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit, und Marcus Leuther von der Regionalstelle Mannheim kaum besser formulieren können. Zwar stehe bei den elf verschiedenen Kreativ- und Geschicklichkeitsspielen auf der Festwiese der Spaß im Vordergrund, wie Wilk betont, doch gehe es auch um Außenwerbung und darum, die Kinder und Jugendlichen spielerisch an das heranzuführen, was im Ernstfall gefragt ist. Und das ist vor allem Teamgeist.

Interessierte sind willkommen

„Bei allen Gruppenaufgaben müssen sich die fünfköpfigen Gruppen untereinander darüber verständigen, wie sie vorgehen“, sagt der für die Ausbildung zuständige Leuther. Zu seiner Regionalstelle, einer von neun in Baden-Württemberg, zählen zehn Ortsverbände. Neben Ladenburg und Mannheim sind an diesem Tag auch Teams aus Heidelberg und Neukirchen mit insgesamt rund 50 Teilnehmern vertreten.

„Das ist angesichts der Entfernungen im Regionalbereich okay“, zeigt sich Leuther zufrieden mit der Resonanz. Wie Wilk erläutert, trifft sich die Ladenburger THW-Jugend jeden zweiten Freitagabend eines Monats und immer am letzten Samstag von neun bis 16 Uhr auf dem Gelände Am Sägewerk im Ladenburger Stadtteil West.

Interessierte seien immer willkommen. Dann muss sie den Fahrer des Grillhähnchenwagens einweisen, der im Auftrag der Gastgeber auf die Wiese rollt. Da strahlen alle, und Aylin stellt fest: „Essen ist immer toll.“ j p