Ladenburg

Ladenburg Räte wünschen sich bessere Kommunikation / Nach Gutachten neue Platzsuche für Weststadt-Kita nötig / Frust wegen Pollern

Vor Sommerpause kommt viel Kritik auf

Archivartikel

Da ist offenbar einiges zusammengekommen. In der Bürgerschaft ebenso wie bei Mitgliedern des Ladenburger Gemeinderates. So wurde die letzte Sitzung vor der Sommerpause beinahe zum Beschwerdeabend. In der Bürgerfragerunde ging es los mit Klagen wegen mangelnder Parkplätze für Besucher des Friedhofs am neuen Quartier Martinshöfe ebenso wie über Kosten für Hausanschlüsse der zentralen Nahwärmeversorgung im Neubaugebiet Nordstadt-Kurzgewann.

Daraufhin hieß es seitens der Verwaltung: Die Parkplatznot an der Trauerhalle werde sich entspannen, sobald die benachbarte Baustelle an der Wallstadter Straße abgeschlossen sei. „Keinerlei Einfluss“ habe man auf Preise des Energieversorgers im entstehenden Viertel an der Weinheimer Straße. Nach Kritik von Bürgerin Bärbel Siebler an dem mit Ausnahme von Saisonkarten nur elektronisch möglichen Ticketverkauf fürs Freibad verwies Bürgermeister Stefan Schmutz auf „Spielregeln“, die die Corona-Krise vorgebe. An diese habe sich das Rathaus zu halten, auch im Fall des vermissten Dixi-Klos für Kinder am Wasserspielplatz, den Sven Ruster (Freie Wähler) thematisierte.

Überraschend erfuhren Gemeinderat und Besucher durch Nachfragen von Karl-Martin Hoffmann (CDU) und Max Keller (Grüne), dass sich die ursprüngliche Planung der benötigten Weststadt-Kita aufgrund ihrer Nähe zum Industriegebiet Altwasser laut Störfallgutachten am Ende der Breslauer Straße nicht verwirklichen lasse. „Eine bittere Pille, die uns zum Umdenken auffordert“, so Schmutz. Er will im September eine Alternative vorschlagen.

Vieles noch ungeklärt

Knüppeldick kam es unter „Verschiedenes“: Jennifer Zimmermann (Grüne) wunderte sich, dass der Gemeinderat nicht in die „Rettungs-boxen“-Aktion für das abgesagte Altstadtfest (wir berichteten) eingebunden worden und nun vieles noch ungeklärt sei. Die dazugehörigen Werbebanner seien „irreführend und ein Schuss in den Ofen“, so Günter Bläß (CDU).

Der Kragen platzte Karl Meng (CDU) und Heiko Freund (Freie Wähler). Grund: Sperrpoller am Feldweg nördlich des Neubaugebiets Nordstadt-Kurzgewann. Meng protestierte im Namen der Neuzeilsheimer, die nun Umwege fahren müssten. Dabei hätten Landwirte den Weg bei der Flurbereinigung vor Jahrzehnten mitbezahlt. „Sauer“ zeigte sich auch Freund: Er sah die Familiengärtnerei schon „stillgelegt“. Nach einem Ortstermin sicherte Schmutz tags darauf Landwirten und Gewerbetreibenden Ausnahmen von der Regel zu, dass der Weg aber nicht für Durchgangsverkehr geöffnet werde.

Was Freund in der Sitzung ärgerte: Es habe null Kommunikation stattgefunden, im Rathaus sei niemand zu erreichen. Auf Anfrage dieser Redaktion erklärte Schmutz: „Bessere Kommunikation ist schnell gefordert, wenn eigene Interessen nicht bedient werden.“ Die Stadtverwaltung habe „noch nie so viel mit Bürgerschaft, Vereinen und Gemeinderat kommuniziert wie in den vergangenen Monaten.“ Die pauschale Behauptung, im Rathaus sei niemand zu erreichen, treffe nicht zu und sei unfair: „Die Mitarbeitenden haben in den letzten Monaten Großartiges geleistet.“ Richtig sei aber auch, dass „Entscheidungen zu treffen waren, die aufgrund der Dringlichkeit nicht den Zeitraum für Diskussionen zuließen, den man sich gewünscht hätte“.

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