Ladenburg

Ladenburg/Ilvesheim 3. Literaturtage stehen bevor / Freier Eintritt bei allen Lesungen dank Sponsoren

Vorfreude auf „vielerorts“ überall in der Stadt spürbar

In Ladenburg laufen die letzten Vorbereitungen für die kommenden Literaturtage: „Die große Vorfreude auf die dritte Ausgabe ist in der Stadt spürbar“, sagt Bürgermeister Stefan Schmutz. Bücherfreunde aus der ganzen Region stimmen ihm wohl zu, wenn er auf „MM“-Anfrage von einer „Kulturveranstaltung der Extraklasse“ spricht. An drei Tagen, nämlich von Donnerstag, 4. Juli, bis Samstag, 6. Juli, lautet das Motto erneut „vielerorts“. Denn gelesen wird wieder an besonderen Plätzen: in Scheunen, Privatgärten, Museen, am Neckarufer, im Park - und wie im Vorjahr auch in der Ilvesheimer Goethestraße.

„Der Reiz für die Besucher liegt in der Mischung aus guter Literatur, dem Blick hinter die Kulissen interessanter Örtlichkeiten – und der unmittelbaren Nähe zu den Schriftstellern, die für Zuhörerfragen offen sind“, weiß Carolin Callies. Die Ladenburger Lyrikerin und Thaddäus-Troll-Preisträgerin von 2015 gehört zum ehrenamtlichen Organisationsteam.

„Für jeden etwas“

Ein weiterer Clou bei „vielerorts“: Dank Sponsoren ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei. „Das bunte und abwechslungsreiche Programm bietet für jeden etwas“, freut sich Schmutz auf „hohe Qualität und Vielfalt der Lesungen“. Die Mischung zwischen Debütanten und arrivierten Schriftstellern, der kostenlose Zutritt zu unterschiedlichen Veranstaltungsorten mit jeweils besonderem Ambiente machten bereits in beiden Vorjahren den besonderen Reiz aus. So zählte man 2018 mehr als 1000 Literaturtage-Besucher.

„Das Konzept sagt mir sehr zu, weil es eine gute Möglichkeit bietet, sowohl verschiedene Autoren als auch Ladenburg auf außergewöhnliche Art und Weise zu entdecken und kennenzulernen“, zeigt sich Claudia Döhner gespannt auf ihre persönliche Premiere: Die Stadtmarketingfrau im Rathaus erlebt „vielerorts“ erstmals mit. Dagegen zählt Dichterin Callies seit 2017 zu den Machern der ersten Stunde. Das gesamte Organisationsteam wolle „möglichst viele Lesende in dieser wunderbaren Stadt versammeln“. Allen gehe es darum, dass das „Buch an sich und das Erzählen von Geschichten Strahlkraft behalten und Ladenburg auf der literarischen Karte des Landes sichtbar wird“. Dazu tragen Autoren bei, deren Bücher zurzeit diskutiert werden. Allen voran Feridun Zaimoglu, der frühere Hausautor am Mannheimer Nationaltheater, mit seinem kraftvoll-poetischen Werk „Die Geschichte der Frau“, aber auch die 2018 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Inger-Maria Mahlke („Archipel“) und Alexa Hennig von Lange („Kampfstern“).

„Besonders fulminant“, so Schmutz, könnte die Eröffnung am Donnerstag, 4. Juli, um 19 Uhr im Jesuitenhof geraten: Der Bürgermeister freut sich auf Fiston Mwanza Mujila. Der Professor für afrikanische Literatur an der Universität Graz stellt im Anschluss an Zaimoglu an Ort und Stelle das in einem ARD-Kulturmagazin als „Wahnsinnsroman“ gelobte Debüt „Tram 83“ vor und macht dabei seine Stimme zum Musikinstrument. Überhaupt spielt auch Musik eine Rolle. So bringt die Französin Sylvie Schenk („Eine gewöhnliche Familie“) den Aachener Saxophonisten Heribert Leuchter mit ins Kavaliershäuschen am Waldpark (5. Juli, 15 Uhr) und tags darauf in die Heinrich-Vetter-Stiftung nach Ilvesheim (10.30 Uhr). Sybille Hein („Luca und Ludmilla“) will bei der Familienlesung zusammen mit Schlagzeuger Ráfat Muhammad den Garten im Kandelbachweg 10 zu einem „brodelnden Hexenkessel“ machen (5. Juli, 17 Uhr).

Begrenzte Platzzahl

Weitere Autoren lesen vielerorts für unterschiedliche Klassenstufen aus allen Ladenburger Schulen. Und auch die Lyrik hat nach wie vor hohen Stellenwert: Neben dem Büchner-Preisträger Marcel Beyer lesen Rike Scheffler, Hans Thill und die Ladenburgerin Kristin Wolz (mit musikalischer Unterstützung von Wolfram Sauer) eigene Gedichte. In der Galerie Linde Hollinger kombiniert Dirk Skiba („Das Gedicht und sein Double“) Fotografie und Lyrik (Vernissage: 5. Juli, 19 Uhr). Überall gilt: Die Platzzahl ist begrenzt.