Ladenburg

Neckar-Bergstraße Vorsitzende der Ortsvereine bedauern in ersten Reaktionen Kleinböcks Rückzug als „Ende einer Ära“, sehen aber auch Chancen für die Partei

„Weg zu Generationswechsel frei gemacht“

Der Verzicht von Gerhard Kleinböck auf eine erneute Kandidatur wird in den SPD-Ortsvereinen des Wahlkreises als „Ende einer Ära“ gewürdigt, zugleich aber auch als Chance für einen Generationswechsel. gemäß den Stellungnahmen hat Kleinböcks Zweitkandidat Sebastian Cuny gute Chancen, als dessen Nachfolger nominiert zu werden.

Axel Breininger, Ortsvereinsvorsitzender Schriesheim: „Die Ortsvereine beziehungsweise ihre Sprecher haben seit Januar mehrfach mit Gerhard Kleinböck die Kandidatenfrage diskutiert. Am Ende sprach sich eine deutliche Mehrheit für einen Generationenwechsel aus, ohne dass irgendwer die Arbeit und die Verdienste von Gerhard Kleinböck in Abrede gestellt hätte. Auch ich war dafür. Nicht nur, weil ich in dieser Richtung zunehmend von Mitgliedern angesprochen wurde. Wenn die Kanzlerin hier klare Linie zeigt, sollte das für die SPD erst recht gelten, und zwar auf allen Ebenen. Das Tricksen schadet der Demokratie-Überzeugung. Derzeit zeichnet sich eine Kandidatenwahl zwischen zwei Bewerbern ab. Sollte es dabei bleiben, ist für mich die große landespolitische Erfahrung von Sebastian Cuny ausschlaggebend. Ein kompetenter Bewerber und ein feiner Kerl!“

Michael Bangert, Ortsvereinsvorsitzender in Edingen-Neckarhausen: „Die Entscheidung von Gerhard Kleinböck verdient Respekt und Anerkennung. Es geht eine Ära zu Ende. Mit dem langjährigen Mitarbeiter und Ersatzkandidaten von Gerhard Kleinböck, Sebastian Cuny, steht ein eingearbeiteter und kompetenter Nachfolger zur Verfügung, der durch seine langjährige kommunalpolitische Erfahrung die Perspektive der Gemeinden in Stuttgart noch stärker in den Fokus rücken kann. Eigene Ambitionen habe ich keine, und aus meinem Ortsverein sind mir keine bekannt.“

Michael Rei, Ortsvereinsvorsitzender Heddesheim: „Der SPD-Ortsverein Heddesheim respektiert die Entscheidung von Gerhard Kleinböck. Natürlich wird es nicht leicht sein, so einen verdienten, erfahrenen Genossen zu ersetzen. Dennoch bin ich guter Dinge. Ich hatte am Dienstag in Hirschberg die Gelegenheit, die beiden jungen Kandidaten, Sebastian Cuny und André de Sa Pereira, näher kennenzulernen. Als doch schon älterer Genossen war ich absolut überzeugt von beiden Kandidaten. Unabhängig vom Ausgang der Nominierungsveranstaltung, die im Oktober bei uns in Heddesheim stattfindet, sehe ich uns als SPD im Wahlkreis mit den jungen, engagierten Kandidaten sehr gut aufgestellt und auf dem richtigen Weg. Sicher wird es bei der Landtagswahl nicht einfach sein, das Mandat im Landtag zu verteidigen.“

Pinar Karacinar-Gehweiler, Ko-Vorsitzende des Ortsvereins Ilvesheim: „Natürlich findet die SPD Ilvesheim es schade, dass wir mit Gerhard einen renommierten Bildungspolitiker im Landtag verlieren, auf der anderen Seite freuen wir uns, dass Gerhard den Weg für einen Generationenwechsel frei gemacht hat. Ich wurde tatsächlich kurzfristig gefragt, ob ich für eine Nachfolge kandidieren würde. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch keine Entscheidung getroffen, da ich mich erst noch mit meinem Ortsverein und meiner Familie besprechen möchte.“

Simon Schubert, Ko-Vorsitzender Ortsverein Ilvesheim: „Wir im Ortsverein Ilvesheim stellen keinen Kandidaten. Mit André de Sa Pereira und Sebastian Cuny sind wir sehr gut aufgestellt. Es wird sich bei der Nominierung zeigen, wer die Mitglieder überzeugen kann. Dass Gerhard Kleinböck den jungen Kandidaten den Vorzug lässt, empfinde ich als einen Schritt in die richtige Richtung.“

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