Ladenburg

Ladenburg CBG-Schüler nehmen an der 50. Jubiläumsauflage der internationalen UN-Planspielkonferenz in Den Haag teil

„Werde mich immer an dieses einmalige Erlebnis erinnern“

Für Marlene Edler aus Ilvesheim war es eine „prägende Erfahrung“. Als „bereichernd“ empfand es auch der Ladenburger Fabian Steigerwald. Die Rede ist von „The Hague International Model United Nations“ (THIMUN). Diese einwöchige internationale Planspielkonferenz in englischer Sprache fand dieses Jahr bereits zum 50. Mal in Den Haag statt. Erneut wirkten insgesamt elf Schüler vom Carl-Benz-Gymnasium (CBG) Ladenburg und fünf vom Mannheimer Geschwister-Scholl-Gymnasium mit. Es war im Jahr 1982, als ein einheimischer Jugendlicher namens Willem-Alexander teilnahm. 36 Jahre später eröffnete er als König der Niederlande den Jubiläumskongress zusammen mit seiner Schwägerin, Prinzessin Mabel von Oranje-Nassau.

Es ist freilich nicht davon auszugehen, dass einem der Schüler aus dieser Region eine auch nur annähernd ähnliche Karriere in die Wiege gelegt wurde. Doch haben alle mit ihrer THIMUN-Teilnahme bewiesen, dass sie in der Lage sind, vielschichtige Fragen von weltweiter Bedeutung in einer Fremdsprache zu artikulieren, mit Gleichaltrigen aus allen Erdteilen zu erörtern und gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen. Mit rund 3000 Jugendlichen aus aller Welt kamen sie dazu wie „echte“ Diplomaten der Vereinten Nationen (UN) im riesigen „World Forum“ von Den Haag zusammen. Bei der renommierten Planspielkonferenz in englischer Sprache ist das CBG dank des Schulfördervereins stets eine der wenigen öffentlichen Schulen.

„Ich werde mich immer sehr gerne an dieses einmalige Erlebnis erinnern“, sagt Marlene Edler, welche die sechzehnköpfige Abordnung aus Ladenburg und Mannheim als Botschafterin vertrat. „Am besten hat mir gefallen, wie offen und freundlich alle Teilnehmer waren und wie schnell man Freunde aus aller Welt gewonnen hat“, erklärt Leonie Mayer. Das übergreifende Thema lautete, ins Deutsche übersetzt, „Aufbau einer Zivilgesellschaft durch Bildung“. Letztere gilt weltweit als Schlüssel zur Lösung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Probleme. Die Schüler aus Ladenburg und Umgebung vertraten diesmal Algerien in verschiedenen thematischen Komitees. Die Debatten liefen wie im britischen Unterhaus nach den Regeln der sogenannten „formal debate“ ab, wie Gemeinschaftskundelehrer Thorsten Wild als THIMUN-Betreuer am CBG den Ablauf erläutert.

„Nach der Woche und zehn diskutierten Resolutionen zu verschiedenen Problemfeldern hatten wir das Gefühl, gemeinsam etwas erreicht zu haben und im Sinne einer Lösung weltpolitischer Fragen etwas verändern zu können“, zieht Chiara Wagner zufrieden Bilanz. „Unvergesslich“ bleibt der Aufenthalt auch für Fabian Steigerwald, weil man, vom wichtigen Aspekt der Völkerverständigung abgesehen, auch „Einblick in ein mögliches Berufsfeld nehmen und seine Englischkenntnisse verbessern konnte“. Fasziniert zeigte sich Lehrer Wild auch vom royalen Auftritt zum Auftakt, als König Willem-Alexander freundlich lächelnd über einen roten Teppich an den Spalier stehenden Schülern vorüberschritt. Und Prinzessin Mabel von Oranje-Nassau, die sich gegen Zwangsehen einsetzt, hielt einen Gastvortrag mit dem Thema „Mädchen sind keine Bräute“.