Ladenburg

Ladenburg Betreuungsplätze für Kinder weiterhin Mangelware / Zwischenlösung ab Oktober auf der Hockenwiese am Kreisel

„Wir müssen enorm zulegen“

Archivartikel

Weiterhin stark angespannt ist die Situation bei der Kinderbetreuung in Ladenburg: „Wir müssen enorm zulegen“, sagte Silvia Steffan als zuständige Abteilungsleiterin der Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend im Domhofsaal. Der Rechtsanspruch könne „nicht voll umfänglich erfüllt“ werden. Vier Kinder stünden auf der Warteliste. 32 Kinder wurden 2018 in auswärtigen Einrichtungen betreut. Aktuell stünden Zuweisungen von weiteren Flüchtlingsfamilien bevor.

Kinder aus Neubaugebieten

Bis die geplante viergruppige Kita in der Weststadt (Baubeginn 2020) steht, soll ab Oktober 2019 eine Zwischenlösung auf der Hockenwiese zusätzliche Plätze schaffen. Denn bereits im Kindergartenjahr 2019/20 sei mit Zuzügen von Familien mit kleinen Kindern über und unter drei Jahren aus den Neubaugebieten im Stadtteil West und dem Gebäudekomplex der Martinshöfe zu rechnen, so Steffan. Deshalb werden jetzt vorübergehend auf einem städtischen Grundstück an der Ecke Wallstadter Straße und „An der Hockenwiese“ mobile Raumeinheiten aufgestellt. Der Standort befindet sich in der Nähe der Bäckereifiliale und des Spielplatzes am Verkehrskreisel Benzstraße.

Die eingerichteten Container bieten insgesamt 30 Ganztagesplätze in einer Kindergarten- und einer Krippengruppe. Als Träger ist der Verein Postillion vorgesehen, der bereits in der Kleinkindbetreuung vor Ort tätig war und auch für den Betrieb der neuen Kita (Baubeginn 2020) die Betriebsträgerschaft angeboten hat. Darüber hinaus unterstützt die Verwaltung die Idee des Ladenburger Vereins PfiFF, einen Naturkindergarten einzurichten. „Mit Hochdruck suchen wir ein Grundstück, das den Anforderungen der Bewilligungsbehörde genügt“, sagte Steffan. Neben den konfessionellen und städtischen Einrichtungen sind auch die bestehenden Angebote von PfiFF, Kinder-Laden-Burg und AWO-Kreisverband voll umfänglich weiterhin im Bedarfsplan enthalten, der einstimmig beschlossen wurde.

So stehen fürs kommende Kindergartenjahr weiterhin insgesamt 373 verfügbare Plätze dann voraussichtlich 421 Kindern mit Rechtsanspruch auf Betreuung gegenüber. Dieser Rechtsanspruch werde zwar nie vollständig ausgeschöpft, doch steige „der akute Bedarf stetig an“, mahnte Stadträtin Isabel Sohn-Frank (Grüne).

Ihren Fraktionskollegen Alexander Spangenberg ärgerte es, dass die von den Grünen schon lange geforderte Planungsrate zur Schaffung von Betreuungsplätzen nie eine Mehrheit gefunden habe. Ebenso wie zuvor bereits Wolfgang Luppe (FDP) forderte er außerdem endlich eine novellierte Gebührenordnung. „Es passiert nichts“, kritisierte er die Verwaltung. Das Thema, wer künftig in welchem Umfang mit Gebühren belastet werde, sei alles andere als trivial, nahm Bürgermeister Stefan Schmutz Stellung.

Sorgfältige Standortsuche

Einen Antrag der Grünen, die für das Neubaugebiet Nordstadt vorgesehene Kita schon jetzt zu planen, wendete er ab, indem er ankündigte: „Wir sind bereits in solchen Gesprächen und wollen zuziehenden Familien Planungssicherheit geben.“ Schmutz versicherte Karl-Martin Hoffmann (CDU), dass man bei den Bauträgern BPD und Bauhütte angefragt habe, wie viele Kinder im Einzugsbereich Weststadt zuziehen werden. Petra Erl (SPD) regte eine sorgfältige Standortsuche für die Kita West an. Die Problematik fehlender Betreuungsplätze trügen viele Eltern an die Freien Wähler heran, so Gudrun Ruster.