Ladenburg

Ladenburg Ein Gang durch die Mitgliederausstellung des Kunstvereins im Domhof / 25 Teilnehmer zeigen bunten Stilmix, aber wenig Politisches

„Wir sind ziemlich farbig unterwegs“

Normalerweise verbreitet das große Foyer des Domhofs eine gepflegte Tristesse. Seit die 7. Mitgliederausstellung des Kunstvereins Ladenburg (KVL) eröffnet wurde, hat sich das drastisch geändert. „Wir sind ziemlich farbig unterwegs“, meint denn auch Martin Ziegler vom Kunstverein angesichts der Buntheit.

Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Organisatoren die Schau unter das Motto „Farbe bekennen“ gestellt haben. Immerhin 25 Mitglieder des 97 Köpfe starken Vereins sind vertreten, mit Gemälden, Objekten und Fotografien. Sechs von ihnen stammen aus Ladenburg, die meisten anderen aus den umliegenden Gemeinden.

Realistisch bis abstrakt

Während die Farbenpalette so ziemlich ausgereizt wurde, kommt „Farbe bekennen“ im übertragenen Sinne kaum vor. Denn das Politische, das Vertreten von Meinungen findet sich nur selten. Eine der Ausnahmen: der „Grenzland-Zyklus“ von Karl-Heinz Fuhry. Sein Thema darin ist die Ungleichheit auf der Welt: Deren reicher Teil, durch viel Gold gekennzeichnet, schottet sich gegen den Rest ab, was unter anderem durch Stacheldraht symbolisiert wird.

Ansonsten entdeckt der Betrachter eine Vielfalt von Stilen und Motiven, von realistisch bis abstrakt: Kurioses, Witziges, nachdenklich Machendes und Rätselhaftes.

Dankbar zeigt sich Wiebke Hünermann-Neuert darüber, dass die Stadt Ladenburg dem Kunstverein den Domhof kostenlos für die Ausstellungen überlässt. Allerdings weist sie darauf hin, dass das kein besonderes Privileg sei: Für auswärtige Künstler gelte das ebenfalls. Zudem, so die KVL-Vorsitzende weiter, stelle beispielsweise die Gemeinde Heddesheim den örtlichen Künstlern Räume dauerhaft zur Verfügung, die auch für Versammlungen genutzt werden könnten: „Das hätten wir auch gern.“ Schließlich nutze die Ausstellung, die der Kunstverein bewusst parallel zum Weihnachtsmarkt organisiert habe, auch der Stadt: „Es ist ein zusätzlicher Anziehungspunkt.“

Wie bereits angedeutet: Der tiefere Sinn vieler Werke erschließt sich dem Betrachter nur schwer, wenn überhaupt. Wer dazu mehr erfahren will, hat eine einmalige Chance: Bei der Finissage am Sonntag, 16. Dezember, zwischen 16 und 18 Uhr werden viele der ausstellenden Künstler anwesend sein und sicherlich gern mit Besuchern über ihre Exponate sprechen.