Ladenburg

Ladenburg Jugend- und Heimerzieher Dominik Alt neue pädagogische Vollzeitkraft im Jugendzentrum „Kiste“

„Wir wollen noch offener sein“

Seit kurzem erst kennt Dominik Alt die Römerstadt. Und schon hat er sich so in Ladenburg verliebt, dass er dort nicht nur weiterhin gerne arbeiten, sondern im Juni 2020 auch heiraten möchte. Zugleich soll dann seine kleine Tochter getauft werden. „Auch meine Verlobte ist von der hiesigen evangelischen Stadtkirche und dem Gutshof, wo wir nach Trauung und Taufe feiern wollen, ganz begeistert“, erzählt Alt. Der 30-jährige Jugend- und Heimerzieher aus Oftersheim ist die neue Vollzeitkraft im städtischen Jugendzentrum „Kiste“.

Zusammen mit Sozialpädagogin Helen Gottschall als Teilzeitkraft bildet Alt zurzeit das hauptamtliche pädagogische Team. Ihre Kollegin Angelika Kaindl befindet sich in Elternzeit. Der ehrenamtliche Trägerverein unterstützt das Duo nach Kräften. Eine solche Konstellation kennt Alt bestens von früher: Während er als Hortleiter bei der Stadt Schwetzingen angestellt war und daneben den Jugendtreff im Stadtteil Hirschacker managte, engagierte sich Alt parallel im Trägervereinsvorstand des Jugendzentrums Oftersheim. In seinem Wohnort bis heute hat er schon als Jugendlicher und Teamer bei der evangelischen Kirchengemeinde Kinder betreut. Nach seiner Tätigkeit als Leiter eines Wohnheims für Auszubildende in Ludwigshafen zieht es ihn nun zurück in die offene Jugendarbeit. In Ladenburg reizt ihn auch die damit verbundene Zusammenarbeit mit der städtischen Integrationsbeauftragten Parul Schreier.

„Es ist wichtig, dass jemand als Ansprechpartner da ist“, findet Alt. 39 Wochenstunden umfasst sein Arbeitsvertrag. Dass er seinen Job früher als erwartet antreten soll, wirbelt die Planung des jungen Paars durcheinander. Doch Alt teilt seine Elternzeit als junger Vater geschickt auf, um sich in der „Kiste“ einarbeiten und unter anderem auch das zurzeit laufende Ferienprogramm mitplanen zu können. „Die Kinder und Jugendlichen sollen bei uns entdecken, wie viele Fähigkeiten in ihnen stecken“, sagt Alt. Das gesamte Angebot ziele unter anderem auf Kreativität, selbstständiges Umsetzen von Projekten sowie das Kennenlernen von Gruppenprozessen ab. Wichtig ist Alt auch die weiterhin intensive Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen sowie deren Sozialarbeitern.

Erfahrungen als Musiker und DJ

„Grundschüler sind unsere Zukunft“, sagt Alt. Er will möglichst vielen Kindern die „Kiste“ bereits früh bekannt machen, um Hemmschwellen zu senken. Dazu dienen ihm seine Erfahrungen als Musiker und DJ. „Seit meinem zwölften Lebensjahr bin ich in einem Jugendzentrum aktiv und habe dort meinen ersten DJ-Auftritt gehabt“, erzählt Alt. Seine Abschlussarbeit zum Jugenderzieher hat der kreativ Begabte im Bereich Medienpädagogik geschrieben. Beim stark wachsenden Thema „E-Sports“, also dem sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen, sieht er sich als „Vermittler zwischen den Kindern, die zocken, und Eltern, die Bedenken haben“. Besonders liegt es Alt am Herzen, zusammen mit Jugendlichen eine Art Cafébetrieb zu schaffen, wo sich Schülersprecher und Jugendabteilungen von Vereinen treffen können. Es gehe darum, das Jugendzentrum für neue Kreise zu erschließen. Alts Augen leuchten, als er betont: „Wir wollen noch offener als bisher sein.“

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