Ladenburg

Ladenburg „Ballett-Käfer“ der Musikschule von 2008 glänzen diesmal in Hauptrollen

„Zauberflöte“ begeistert

Archivartikel

Vor elf Jahren waren sie als „Käfer“ die jüngsten, jetzt standen einige derselben Mädchen von damals in Hauptrollen auf der Bühne. Inzwischen stecken die Balletttänzerinnen der städtischen Musikschule Ladenburg, von denen hier die Rede ist, mitten im Abitur. Das hatte die Vorbereitungen erschwert. Dennoch begeisterte die wiederaufgelegte Inszenierung von „Die Zauberflöte“ zweimal restlos. „Ich war auch angesichts der extrem schwierigen Bedingungen mit krankheitsbedingten Probeausfällen sehr zufrieden“, sagte Ballettlehrerin Gabi Majchrzak.

„Die Käfer von damals wollten unsere Zauberflöte von noch einmal richtig tanzen“, erklärte sie schmunzelnd den Hintergrund. Seit 27 Jahren unterrichtet die Tanzpädagogin und frühere Bühnentänzerin in Ladenburg. Und es spricht für sie, dass sie viele Schülerinnen so lange bei der Stange hält. Weil Ex-„Käfer“ Carolin Strobel ihre Reifeprüfung schon 2018 bestanden und deshalb weniger um die Ohren hatte, glänzte sie allein als „Pamina“ mit der anspruchsvollen Bewegungstechnik Spitzentanz. Sie war obendrein auch als „Schlange“ zu sehen. Folgende junge Frauen verzauberten ihr Publikum trotz Lernstresses und weniger Vorbereitungszeit in weiteren Hauptrollen: Antonia Ruck (Tamino), Leonie Keilbach (Königin der Nacht), Selina Bastian (Papageno) und Julia Losch (Papagena).

Ebenso viel Beifall hörten Leonie Mayer, Neele Ermentraut, Elisabeth Kirsch und Hannah Steppat in weiteren Rollen. „Sehr schön“, fand beispielsweise auch Musikschulleiter Helmut Baumer die Aufführung. Die herrlichen Bühnenbilder von Barbara Oswald aus dem Jahr 2008 entfalteten ihre zauberhafte Wirkung erneut. Die Kostüme von damals hatte Majchrzak zum Teil erneuert. Auch Leihgaben aus anderen Musikschulen befanden sich darunter. „Viele Eltern haben sich stark eingebracht“, freute sich die Ballettlehrerin über Unterstützung bei Organisation und Technik.

Ein besonderes Glanzlicht: der zweite Tanz von Leonie Keilbach, den das versierte Talent zusammen mit Majchrzak choreografiert hatte. Die Schülerin zeichnete für den modernen Teil verantwortlich und setzte damit ein Zeichen, das ihre Lehrerin unterstützt: „Ich würde mir wünschen, dass wir an der Musikschule den Bereich Tanz erweitern könnten und einen Lehrer für Modern Dance finden“, führte Majchrzak gegenüber dem „Mannheimer Morgen“ aus. Es sei wichtig, dass für die älteren Mädchen ein weiteres Angebot dazu komme. „Ich entwickle mich mit den Mädchen weiter und merke, dass man irgendwann nicht mehr nur Pirouetten drehen und Sprünge machen möchte“, erklärte die Tanzpädagogin. Das Tanzen fördere Aufmerksamkeit, Konzentration und Kreativität bei jungen Menschen ungemein. Majchrzak findet: „Da müssen wir uns ein erweitertes Angebot leisten können.“