Ladenburg

Ladenburg Ausstellung "Große Welten - Kleine Welten" ab 14. Oktober geöffnet / Neues über die Zeit vom 3. bis zum 9. Jahrhundert

Zwischen Antike und Mittelalter

Neue Forschungsergebnisse und interessante Exponate sind in der Ausstellung "Große Welten - Kleine Welten: Ladenburg und der Lobdengau zwischen Antike und Mittelalter" zu sehen, die vom 14. Oktober bis 4. Februar im Lobdengau-Museum zu besichtigen ist. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt des Museums mit der Universität Heidelberg und der Archäologischen Denkmalpflege Baden-Württemberg

Die historischen Prozesse, die in den Jahrzehnten zwischen dem Niedergang der hoch entwickelten Zivilisation in den römischen Provinzen am Rhein und dem Entstehen neuer Siedlungsstrukturen nach der Völkerwanderungszeit abliefen, lagen bis vor kurzem noch im Dunkeln, heißt es einer Vorschau der Denkmalpflege auf das Ausstellungsprojekt. In jüngerer Zeit haben neue Methoden der historischen und insbesondere der archäologischen Forschung dazu beigetragen, diese Abläufe besser zu begreifen.

In Ladenburg war die Zeit vom 3. bis zum 9. Jahrhundert nach Christus eine Epoche bedeutender Umbrüche, durch die der einstige Hauptort Lopodunum tiefgreifend verändert wurde. Intensive archäologische Forschungen, eine gut erhaltene bauliche Substanz in der Kernstadt sowie frühe Urkunden bieten in Ladenburg ungewöhnlich günstige Voraussetzungen, um den Übergang von der Spätantike zum Frühen Mittelalter zu untersuchen. Deshalb hat das Lobdengau-Museum mit dem Zentrum Kulturelles Erbe der Universität Heidelberg (HCCH) und der Archäologischen Denkmalpflege des Landes Baden-Württemberg eine Kooperation vereinbart und eine Expertengruppe gebildet, die sich diesen Fragen widmet. Auf der Basis der Resultate werden Einblicke in die Entwicklung vom römischen Lopodunum zur frühmittelalterlichen civitas publica der Karolingerzeit präsentiert. Der Bogen spannt sich vom spätrömischen Siedlungs- und Militärplatz über die Grabfunde der Völkerwanderungs- und Merowingerzeit bis hin zur Ausbildung der frühmittelalterlichen Grundherrschaft im Banne des Reichsklosters Lorsch.

Im Mittelpunkt stehen dabei die archäologischen Zeugnisse aus Ladenburg und dem Lobdengau, auf deren Grundlage ein neues Bild vom Übergang zwischen Antike und Mittelalter im unteren Neckargebiet gezeichnet werden kann. Ergänzt wird die Präsentation durch herausragende Exponate aus 15 weiteren Sammlungen und Museen des südwestdeutschen Raumes. Ein wichtiges Ergebnis ist der Versuch, die Landschaft des Rhein-Neckar-Raumes im 4. Jahrhunderts nach Christus zu rekonstruieren. Das Resultat wird in einer 3D-Visualisierung anschaulich gemacht.

Auch akustisch können die Besucher in die Vergangenheit eintauchen: An zwei Audiostationen berichten Zeitzeugen über Erlebnisse, Sorgen und Hoffnungen. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation in der neu begründeten wissenschaftlichen Reihe LARES (Ladenburger Reihe zur Stadtgeschichte). zg/kba