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Südwest-SPD Mitgliederentscheid über den Vorsitz geht auf die Zielgerade / Parteipromis unterstützen Amtsinhaberin Breymaier

100 Sozialdemokratinnen werben für Castellucci

Stuttgart.Im Rennen um den Vorsitz der baden-württembergischen SPD sortieren sich die Reihen. Gestern haben sich 100 Sozialdemokratinnen für Herausforderer Lars Castellucci ausgesprochen. Angestoßen hat den Aufruf Landesvorstandsmitglied Isabel Cademartori. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, sagte die Mannheimer SPD-Frau zur Begründung. In den Tagen vorher hatten Parteipromis wie Erhard Eppler oder der frühere Daimler-Chef Edzard Reuter für Amtsinhaberin Leni Breymaier geworben.

Die Frauen-Initiative für Castellucci unterstützen die frühere SPD-Landeschefin Ute Vogt, die ehemalige Generalsekretärin Katja Mast und die Umweltstaatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter. Zum Herausforderer bekennen sich auch die Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek, Juso-Landeschefin Stephanie Bernickel und mehrere Kreisvorsitzende.

Cademartori hat ihre Initiative Anfang der Woche gestartet. „Es hat gut funktioniert“, bilanziert sie die Aktion. Dass dieses Duell zur Auseinandersetzung zwischen Männern und Frauen hochstilisiert werde, habe viele weibliche Mitglieder gestört: „Wir haben uns über das gezeichnete Bild geärgert.“ Tatsächlich gehe es um eine Richtungsentscheidung für die Südwest-SPD, um zwei unterschiedliche Politikstile und die künftige Ausrichtung der Partei.

Quorum bereits erreicht

Bis 19. November können die 36 100 Mitglieder abstimmen. An diesem Samstag stellen sich Breymaier und Castellucci in Ulm und Waldkirch der Basis aus den beiden südlichen Regierungsbezirken. Eine Woche nach Beginn der Mitgliederbefragung haben bereits mehr als 20 Prozent der Mitglieder abgestimmt. Damit ist das Quorum erfüllt. Offiziell gewählt wird beim Parteitag am 24. November in Sindelfingen

Für Breymaier hat sich neben Eppler und Reuter auch die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin ausgesprochen. In einem skurrilen Beitrag erklärte auch Juso-Bundeschef Kevin Kühnert, „Kevin würde Leni wählen“. Dagegen haben sich die wahlberechtigten Jusos aus dem Südwesten klar für Castellucci positioniert.

Castellucci bekommt viel Unterstützung von ehrenamtlichen Funktionären. 13 jüngere Kreisvorsitzende haben sich in einer Erklärung für den Bundestagsabgeordneten aus Nordbaden ausgesprochen.