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Umwelt Stuttgart orientiert sich bei Investitionen an Heidelberg und Konstanz / Ziele von „Fridays for Future“ aufgegriffen

200 Millionen Euro für Klimaschutz

Stuttgart.Grüner soll es werden und leiser, sauberer, nachhaltiger, mehr von diesem und weniger von jenem – getrieben nicht zuletzt auch durch die „Fridays for Future“-Bewegung schnüren immer mehr Großstädte in Baden-Württemberg millionenschwere Klimaschutzpakete. Nun will sich auch Stuttgart nach dem Willen seines Oberbürgermeisters besser für die Energie- und Verkehrswende aufstellen. Das neue, 200 Millionen Euro schwere Paket von Fritz Kuhn (Grüne) ergänzt einen „Masterplan“ und greift Forderungen von Umweltverbänden auf. Der Gemeinderat muss noch darüber entscheiden.

„Die Diskussionen der vergangenen Monate machen deutlich, dass wir zusätzlich etwas machen sollen und wollen“, sagte Kuhn am Donnerstag. Sein „Aktionsprogramm Klimaschutz“ sieht Änderungen beim Bau, bei der Stadtbepflanzung, bei der Nutzung des Solarstroms und im Straßenverkehr vor.

Mehr Elektro-Mobilität

Ähnlich wie andere Kommunen könne Stuttgart eigene Neubauten klimaneutral gestalten, Flachdächer begrünen und Zuschüsse an den öffentlichen Nahverkehr erhöhen sowie Buslinien mit eigenen Fahrspuren einrichten. Die Infrastruktur soll für die Elektro-Mobilität ausgebaut werden. „Ich lasse zudem rechtlich prüfen, ob wir eine Solardachpflicht für Neubauten einführen können.“

Ebenfalls geplant: ein höherer Bioanteil in städtischen Kantinen und Schulen sowie ein umgerüsteter städtischer Fuhrpark. Pro Doppelhaushalt sollten zudem 1000 Bäume und 25 Kilometer Hecken gepflanzt werden. Ähnliche Zeichen für den Klimaschutz haben andere schon gesetzt. In Konstanz und Heidelberg wurde der „Klimanotstand“ ausgerufen, Karlsruhe will am 16. Juli entscheiden.

Wie in Stuttgart sollen auch in Konstanz Neubauten klimaneutral werden. Zudem prüft die Kommune jede Entscheidung auf Klimarelevanz – dies hat Stuttgart ebenfalls vor. Die Anregung für den Beschluss in Konstanz kam von „Fridays for Future“. Der Notstand sei kein Notstand im rechtlichen Sinne, erklärte die Gruppe. Durch die Ausrufung erkläre der Gemeinderat aber „die Eindämmung der Klimakrise und ihrer schwerwiegenden Folgen zur höchsten Priorität“. Die Stadt sei auf einem guten Weg, sagten Vertreter der Konstanzer Ortsgruppe.

Auch Heidelberg möchte die Emission von Kohlendioxid herunterfahren, bis 2050 im Vergleich zu 1990 um 95 Prozent. Schrittweise will die Stadt auf erneuerbare Energiequellen umstellen. „Wir haben bereits vieles erreicht“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner. „Von der Reduzierung des CO2-Ausstoßes über den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs bis hin zur Stadt in Baden-Württemberg mit dem höchsten Radverkehrsanteil.“