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Bad Herrenalb Kandidaten aus ganz Deutschland treten an

29 Bewerber stellen sich zur Wahl

Archivartikel

Bad Herrenalb.Skurrile Situation in Bad Herrenalb: Für die Wahl zum Bürgermeister der 7500-Einwohner-Stadt im Landkreis Calw sind sage und schreibe 29 Kandidaten zugelassen. „Wir wundern uns sehr, denn das ist eine außergewöhnlich hohe Zahl“, sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. Offenbar hätten sich auch Menschen aus dem Umfeld der Satire-Partei „Die Partei“ beworben, sagte der Sprecher. Max Braun, Vorstand von „Die Partei Karlsruhe“, bestätigte dies. Etwa zwei Dutzend der 29 Kandidaten entstammten der Partei oder deren Umkreis. Keiner habe seinen Wohnsitz jedoch in Bad Herrenalb; viele kommen aus so entfernten Orten wie Köln, Berlin, Bremen oder Wilhelmshaven.

„Das war schon eine Art konzertierte Aktion hier im Land, die dann auch bundesweit Anhänger gefunden hat“, sagte Braun. „Das ist eben so passiert und wurde zum Selbstläufer.“ Man habe der Gemeinde damit etwas Gutes tun wollen, nachdem sie „in den letzten Jahren nicht gerade vom Glück verfolgt war“. Außerdem wolle man mit der Aktion ein Zeichen dagegen setzen, dass Bewerber für kommunale Ämter oftmals gar nicht ihren Wohnsitz in der jeweiligen Gemeinde hätten. „Und das finden wir nicht gut.“ Bürgermeisterkandidat Jörg Lesser, Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Karlsruhe von „Die Partei“, sagte: „Meine Kandidatur ist ernsthaft gemeint, auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer so scheint.“

„Profitieren von dieser Werbung“

Die Gemeinde sieht den Rummel pragmatisch. Dass sich Kandidaten aufstellen lassen, sei ein demokratisches Grundrecht. „Für uns bedeutet es zwar verwaltungstechnisch einen höheren Aufwand“, sagte der Stadtsprecher. Aber: „Wir profitieren durchaus von dieser Werbung für unsere schöne Stadt.“ Auch Braun zeigte sich sehr zufrieden. Bad Herrenalb sei in den positiven Schlagzeilen – und außerdem: „In Zeiten, in denen Politiker Satire machen, braucht man Satiriker, die Politik machen.“ Gewählt wird am 20. Oktober. lsw

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