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Urteil Baby und Großmutter in Gaggenau überfahren

30 Monate Haft für 48-Jährigen

Gaggenau.Er stieg betrunken ins Auto und fuhr eine Oma und ihren Enkel tot – ein 48-Jähriger ist vom Amtsgericht Rastatt wegen Fahrerflucht und fahrlässiger Tötung zu 30 Monaten Haft verurteilt worden. Die Tragödie sei ganz klar deshalb passiert, weil der Mann sich nach viel Alkohol hinter das Steuer gesetzt habe, sagte Richterin Angelika Binder am Freitag. Mit dem Strafmaß lag sie zwei Monate über der Forderung des Staatsanwaltes.

Die Familie der Opfer habe eine Mutter, eine Ehefrau und Oma verloren und Eltern ihr Kind, sagte sie weiter. Dann noch erfahren zu müssen, dass der Schuldige sich nicht um die Sterbenden kümmerte, sei zutiefst traumatisch gewesen.

Angeklagter bedauert die Tat

Der Mann hatte die 54-Jährige und das sieben Monate alte Baby im Juli 2018 in Gaggenau frontal erfasst und war dann in Panik und aus Angst um seinen Führerschein geflüchtet. Das Baby wurde aus dem Kinderwagen auf den Asphalt geschleudert, die Frau flog 39 Meter durch die Luft, bevor sie auf dem Boden aufkam. „Ich erspare mir hier eine weitere Schilderung ihrer Verletzungen.“

Dem Mann hielt das Gericht sein weitgehendes Geständnis zugute und die Tatsache, dass er vorher niemals straffällig geworden sei. Dass er beim Zusammenstoß nicht wahrgenommen habe, dass er Menschen überfahren hatte, nahm ihm die Kammer jedoch nicht ab. Aussagen von Zeugen, mit denen er unmittelbar danach völlig verstört telefonierte, stünden dem entgegen.

Der 48-Jährige, der schüchtern und wie erstarrt wirkte, hatte am Schluss nochmals in ungelenken Worten die Tat bedauert. „Es tut mir von Herzen leid.“ lsw