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Justiz Wegen Totschlag in minderschwerem Fall verurteilt

79-Jähriger muss hinter Gitter

Archivartikel

Mosbach.Ein 79-jähriger Mann ist vor dem Landgericht Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er seine pflegebedürftige Frau aus Überforderung und Verzweiflung getötet hat. Nach einem Geständnis des Mannes sah es das Schwurgericht am Donnerstag als erwiesen an, dass er nach der unerwarteten Weigerung seiner 84-jährigen Frau, einen kurz zuvor organisierten Heimplatz zu akzeptieren, ausrastete. Der von langjähriger Pflege körperlich und psychisch zermürbte Mann habe die Frau im Eigenheim in Billigheim im Januar mit einer Kordel stranguliert.

Bedauern über Tat

Die beiden waren 58 Jahre verheiratet und haben drei Söhne großgezogen. Bei ihrem Urteil gingen die Richter von einem Totschlag in minder schwerem Fall aus. Die Schuldfähigkeit des gelernten Schweißers sei beeinträchtigt gewesen. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft auf viereinhalb Jahre Haft plädiert. Die Verteidigerin strebte eine Bewährungsstrafe an.

In seinem Schlusswort sagte der Mann, der die Verhandlung gefasst verfolgte: „Ich bereue diese Sache sehr und würde sie gern rückgängig machen.“ Staatsanwaltschaft und Verteidigung wollen keine Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. lsw

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