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Justiz Trotz sinkender Kriminalitätsrate im Südwesten

Öfter U-Haft beantragt

Archivartikel

Stuttgart.In den baden-württembergischen Justizvollzugsanstalten sitzen immer mehr Personen in Untersuchungshaft. Im Durchschnitt des Jahres 2017 waren es insgesamt 1905 Personen. Dies ist ein deutlicher Anstieg zu den Jahren 2016 mit 1788 Inhaftierten durchschnittlich und 2015 mit 1505. Im ersten Halbjahr 2018 zeichnet sich ein weiterer Anstieg ab. Bis Ende Juli dieses Jahres gab es in den Südwest-Gefängnissen im Schnitt 1953 Untersuchungshäftlinge. Dies berichtet das Stuttgarter Justizministerium in der Antwort auf eine SPD-Landtagsanfrage, die dieser Zeitung vorliegt.

„Der Anstieg der Fallzahlen bei gleichzeitig sinkender Kriminalitätsrate deutet darauf hin, dass die Staatsanwaltschaften schneller Untersuchungshaft beantragen“, sagte SPD-Rechtsexperte Boris Weirauch. Die Zahl der Straftaten im Südwesten ist von 610 000 (2016) auf 580 000 (2017) zurückgegangen. Die meisten Personen saßen zuletzt wegen Diebstahl und Unterschlagung in Untersuchungshaft. Im Durchschnitt nahm jedoch die Dauer der Untersuchungshaft zuletzt ab. mis