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Verkehr Zu hohe Belastung mit Stickoxid

Ab Samstag Dieselverbot in Darmstadt

Archivartikel

Darmstadt.In der vom Autoverkehr stark frequentierten City von Darmstadt startet an diesem Samstag wegen zu hoher Stickoxid-Belastungen das erste Diesel-Fahrverbot in Hessen. An zwei Straßen wurden Fahrstreifen reduziert und zusätzliche Blitzer aufgestellt. Denn aus Datenschutzgründen darf nur bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung anhand des Nummernschilds überprüft werden, ob es sich um einen alten Diesel handelt. Da auf weniger Fahrstreifen weniger Verkehr passieren kann, soll zudem eine geringere Menge Schadstoffe in die Luft geraten.

Messdaten Ende des Jahres

„Erstmal gilt das in jedem Fall bis Ende des Jahres“, sagte Sprecher Daniel Klose von der Stadt über das Fahrverbot. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die schwarz-grüne Landesregierung hatten sich darauf geeinigt, einen 640 Meter langen Abschnitt der viel befahrenen Hügelstraße und 330 Meter der Heinrichstraße für Dieselfahrzeuge bis Euronorm 5 und für Benziner bis Euronorm 2 zu sperren. Darmstadt ist nach Angaben der DUH die dritte Stadt nach Stuttgart und Hamburg, in der Straßen vor allem für alte Diesel tabu sind. Die Sperrungen sollen so kurz wie möglich sein. „Das ist keine Maßnahme, die sich Darmstadt ausgedacht hat, und aus Sicht der Stadt ist es auch nicht die geeignete Maßnahme“, sagte Klose. Gegen Ende des Jahres würden neue Messdaten erhoben und dann geschaut, wie sich die Stickoxid-Belastungen entwickelt haben.

Die Umwelthilfe hat nach eigenen Angaben bundesweit 35 Städte wegen zu hoher Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase verklagt, darunter auch hessische. Nach Angaben des hessischen Umweltministeriums laufen noch Klagen gegen Frankfurt, Offenbach und Limburg. „Gerade im Verkehrsbereich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Schadstoffbelastung deutlich zu reduzieren. Dazu gehören vor allem Ausbau und Förderung des ÖPNV und Radverkehrs, Umstieg auf E-Busse im Stadtverkehr oder auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge“, sagte Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). dpa