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Galopprennbahn In wenigen Wochen soll das Gelände dem DFB übergeben werden

Abrissbagger besiegeln Ende

Frankfurt.Es knirscht, als sich die Stahlzähne des Abrissbaggers in den Beton graben. Metallträger werden durchschnitten. Plötzlich sackt die Mitte des Tribünendaches auf der Frankfurter Galopprennbahn ein wie ein zusammenfallendes Soufflé. Staub wirbelt auf. Der Frankfurter Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) hat die Handykamera gezückt und filmt den Moment, auf den er lange gewartet hat: Gegen halb elf am gestrigen Montagvormittag stürzen große Teile des Tribünendaches in sich zusammen.

„Wir sind wieder Herr im eigenen Haus und jetzt dabei, das Gelände so vorzubereiten, wie wir es dem DFB schulden“, betont Schneider. Der Deutsche Fußballbund (DFB) will auf dem einstigen Rennbahngelände eine Leistungsakademie errichten. Der Frankfurter Rennklub hingegen wollte das Kapitel Pferderennen in Frankfurt nicht aufgeben, auch wenn das letzte Rennen Jahre zurückliegt. Ein jahrelanger erbitterter Rechtsstreit zog sich durch mehrere Instanzen. Erst im vergangenen Jahr wies das Oberlandesgericht Frankfurt den Einspruch des Rennklubs gegen die Räumungsklage der Stadt zurück. „Da sind Türme von Akten entstanden“, resümiert Schneider gestern. „Aber als im vergangenen Jahr das Fax des BGH kam, war klar, dass die große Schlacht zu Ende ist.“ Der Bundesgerichtshof (BGH) muss noch über den Revisionsantrag des Rennklubs entscheiden. Doch das Fax aus dem vergangenen Jahr, so Schneider, habe signalisiert, dass es keine Hoffnung für Pferderennen in Frankfurt gebe.

Das muss sogar Carl Philip Graf zu Solms zugeben, Sprecher des Rennklubs und treibende Kraft hinter dem Widerstand gegen die DFB-Akademie. Sieht er noch eine Chance auf Pferderennen in Frankfurt? „Das wird schwer“, sagt Solms. lhe