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Wohnungsbau Branche fordert zusätzliche Finanzanreize

Abrissprämie für Altbauten

Stuttgart.Die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg will den Wohnungsbau mit einer Abwrackprämie für Altbauten ankurbeln. „Eine solche Prämie für nicht erhaltenswerte Häuser könnte Anreize zum Abriss geben und gerade in den Metropolen Flächen für neue Wohngebäude freimachen“, sagte Verbandspräsident Markus Böll gestern in Stuttgart. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg seien in den Städten viele Häuser entstanden, die heute nur schwer und teuer zu sanieren sind. Eine Abwrackprämie könnte da als Anschubfinanzierung für Eigentümer und Investoren wirken. In der Höhe wollte sich der Bauunternehmer aus Schriesheim im Rhein-Neckar-Kreis nicht festlegen: „Das könnte ein bestimmter Prozentsatz der Abrisskosten sein.“

Das Geld sollte nach Bölls Ansicht aus öffentlichen Kassen kommen. Allein durch die Erhöhung der Grunderwerbsteuer habe die Landesregierung seit 2011 drei Milliarden Euro eingenommen. An eine solche Größenordnung denkt der Bauunternehmer aus Schriesheim im Rhein-Neckar-Kreis: „Die Politik sollte das bezahlen.“ Als Vorbild nannte er die Ankurbelung der Autokonjunktur durch eine Abwrackprämie nach der Finanzkrise 2009.

Auflagen als Preistreiber

Böll rechnete vor, dass sich der Bau eines Eigenheims in den letzten Jahren durch politische Vorgaben zur Energieeinsparung und Brandschutz sowie die Landesbauordnung um 50 000 Euro verteuert hat. Dazu kämen durch Umweltauflagen gestiegene Entsorgungskosten. 30 000 Euro müssten Bauherren für den Erdaushub inzwischen veranschlagen. „Da ist es nur gerecht, wenn die öffentliche Hand nicht nur nimmt, sondern auch gibt“, findet Böll. Die Überregulierung schrecke auch Investoren vor einem Engagement im Wohnungsbau ab. Böll forderte deshalb einen „zehnjährigen Auflagenstopp, um das Bauen wieder attraktiv zu machen“.