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A49-Proteste Polizei beginnt mit Räumung des Herrenwalds

Abseilaktion sorgt für Sperrung

Archivartikel

Stadtallendorf.Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei und Protesten von Umweltschützern haben die ersten Rodungen von Bäumen begonnen, die für den Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen weichen müssen. Die Polizei sperrte das betroffene Areal im Herrenwald bei Stadtallendorf am Donnerstag ab und begann am Nachmittag mit der Räumung von Aktivisten-Baumhäusern und Plattformen. Spezialkräfte waren im Einsatz, um die Menschen aus den Bäumen auf den Boden zu holen. Die Polizei sprach von etwa 20 bis 40 Aktivisten, die sich in den Bäumen verschanzt hätten.

Hatte es am Vormittag noch Gespräche der Polizei mit mehreren Umweltschützern gegeben, um sie zu freiwilligen Verlassen des Waldes zu bewegen, ging es später dann auch etwas handfester zur Sache: Polizisten lösten Sitzblockaden auf, in dem sie die Protestierenden wegtrugen. Die Beamten nahmen mehrere Aktivisten in Gewahrsam, um ihre Identität festzustellen. Insgesamt blieben die Proteste nach Angaben der Polizei aber friedlich.

Aus Protest gegen die Waldrodung seilten sich Aktivisten von einer Brücke über die A5 bei Alsfeld ab. Die Polizei sprach von mindestens zwei Aktivisten. Die Autobahn wurde in Richtung Süden gesperrt. Umweltverbände und Initiativen forderten unterdessen den sofortigen Stopp der Baumfällungen. Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) sprach sich für die Autobahn aus. HIHK-Präsident Eberhard Flammer sagte, die Wirtschaft und viele Menschen in der Region warteten seit 40 Jahren auf den Lückenschluss. lhe