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Brauchtum Trotz steigender Infektionszahlen sollen die Weihnachtsmärkte in Hessen stattfinden

Advent in Zeiten von Corona

Wiesbaden.Glühwein, gebrannte Mandeln, Kerzen und Kunsthandwerk: Jährlich strömen viele Menschen in die hessischen Innenstädte, um Weihnachtsmärkte zu genießen. Wegen der Corona-Pandemie sind Advents- und Budenzauber allerdings nicht wie gewohnt möglich. Die Planungen sind eine Herausforderung für die Städte, aber auch eine Chance für Schausteller und Markthändler.

Wie sind die Vorgaben des Landes?

Nach Angaben der Staatskanzlei sind Weihnachtsmärkte grundsätzlich möglich. Sie werden wie Wochenmärkte oder große Einzelhandelsgeschäfte eingestuft. Essen und Trinken sind erlaubt, der Verzehr jedoch nur in ausgewiesenen und räumlich abgegrenzten Bereichen. Es gilt eine Maskenpflicht. Außerdem muss laut Verordnung der Zugang so gesteuert werden, dass der Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen den Menschen eingehalten werden kann. „Ich möchte, dass es wieder Weihnachtsmärkte gibt“, hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schon Ende August gesagt. „Aber klar ist auch, das werden nicht Weihnachtsmärkte sein können, wie wir sie kennen.“

Was und in welche Richtung planen die Städte?

Die Veranstalter wollen unter anderem die Fläche der Weihnachtsmärkte ausdehnen und sie dadurch entzerren, wie eine stichprobenartige Umfrage der Deutschen Presseagentur ergab. Zudem sollen Stände für Essen und Trinken einen Verzehrbereich einrichten, in dem die gleichen Hygiene- und Abstandsregeln gelten wie in Restaurants. Die Planungen erfolgten in enger Abstimmung mit den Gesundheitsämtern, den Sicherheits- und Ordnungsbehörden und nach den Verordnungen des Landes.

Wie sieht es konkret in Hessens größter Stadt aus?

„Leider habe ich keine Kristallkugel. Aber wenn das Pandemie-Geschehen es zulässt, wird der Frankfurter Weihnachtsmarkt vom 23. November bis 22. Dezember stattfinden“, erklärte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Er hofft auf einen Schub für die Wirtschaft: „Wir stärken unsere Innenstadt, den Einzelhandel und vor allem die von der Pandemie besonders betroffenen Schausteller.“

Was planen die anderen größeren Städte?

Der Wiesbadener „Sternschnuppenmarkt“ soll sich in diesem Jahr auf mehreren Plätzen in der Innenstadt verteilen. Unter anderem sind ein Schlemmer-Markt mit Gastronomie, ein Familien-Markt mit Karussells, Kinder-Eisenbahn, Krippe und Weihnachtsbaum sowie ein Kunsthandwerker-Markt geplant. „Ich hoffe sehr, dass es uns trotz einiger Unsicherheiten und Corona-Auflagen gelingt, einen Sternschnuppenmarkt zu veranstalten“, sagte Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD). In Darmstadt soll es weniger Stände als üblich geben.

Was ist, wenn die Infektionszahlen weiter steigen?

Gießens Bürgermeister Peter Neidel (CDU) betonte, dass „die steigende Anzahl von Erkrankungen für uns ein besonderer Hinweis ist, die Anwendung der entsprechenden Hygieneregeln bis ins kleinste Detail mit großer Sorgfalt zu planen“. Vor Ort haben die Gesundheitsämter grundsätzlich das letzte Wort, ob ein Markt genehmigt wird oder nicht.

Wie schätzen Schausteller und Markthändler die Lage ein?

„Die Perspektive der Schausteller steht und fällt mit den Weihnachtsmärkten“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes für Markthandel und Schausteller Hessen, Roger Simak. Die Umsatzerwartungen lägen situations- und maßnahmenbedingt aber weit hinter denen der Vorjahre. „Die Schausteller haben, wie alle, die Hoffnung, dass diese Krise bald endet“, betonte Simak. lhe