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Personalie Am Dienstag tritt der bisherige Politiker seine neue Stelle in der Entwicklungshilfegesellschaft GIZ an

Ära Schäfer-Gümbel endgültig vorbei

Archivartikel

Wiesbaden.Die Ära Thorsten Schäfer-Gümbel ist jetzt auch in der SPD vorbei. Hatte der langjährige Oppositionsführer Anfang September bereits sein Mandat im Wiesbadener Landtag niedergelegt, nimmt er ab sofort auch seine Ämter als kommissarischer Bundes- und hessischer Landesvorsitzender der Sozialdemokraten nicht mehr wahr. Ausgerechnet an seinem 50. Geburtstag tritt Schäfer-Gümbel am Dienstag seine neue Stelle als Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Eschborn an. Mit dem Wechsel zu der deutschen Entwickungshilfe-Organisation ist sein Rückzug aus der Politik dann endgültig vollzogen.

Den SPD-Vorsitz nimmt ab sofort die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer alleine wahr, die diese zusätzliche Aufgabe ursprünglich im Team mit Schäfer-Gümbel und der inzwischen an Brustkrebs erkrankten mecklenburg-vorpommerschen Regierungschefin Manuela Schwesig übernommen hatte. Die SPD alleine zu führen, war alles andere als Dreyers Wunsch, doch fügt sie sich für die gut zwei Monate bis zum SPD-Bundesparteitag Anfang Dezember in Berlin in dieses Schicksal.

Vom SPD-Bundesvorstand hatte sich Schäfer-Gümbel bereits auf dessen Klausurtagung am Wochenende verabschiedet. Dies geschah auf seinen Wunsch „in bescheidenem Rahmen“, wie ein Parteisprecher in Berlin sagte. Schon vor Tagen hatte Schäfer-Gümbel angekündigt, am Montag seine öffentlichen Accounts bei Twitter und Facebook abzuschalten. Auf Facebook schrieb Schäfer-Gümbel schon am Freitag eine Abschiedsnachricht, auf Twitter verwies er am Montagmorgen auf sein letztes Zeitungsinterview am selben Tag. Auch auf seiner Homepage kündigte er unter der Überschrift „Alles hat seine Zeit. Abschied aus der Politik“ die Abschaltung für Dienstag an.

Die Innenpolitikerin Nancy Faeser, die schon zur Nachfolgerin Schäfer-Gümbels als Chefin der Landtagsfraktion gewählt wurde, soll ihm auf einem Parteitag am 2. November in Baunatal auch als Vorsitzende des SPD-Landesverbands folgen. Bis dahin wird sie Generalsekretärin bleiben und insofern die Geschicke der Partei in Hessen schon weiter mitbestimmen.

Empfang zum Abschied

Am 16. Oktober veranstaltet die SPD zum Abschied sowie dem 50. Geburtstag ihres ehemaligen Landes- und Fraktionsvorsitzenden noch einen großen Empfang im Wiesbadener Landtag. Statt Geschenken wünscht er sich Spenden für das Jugendprojekt der Basketballer in seinem mittelhessischen Wohnort Lich.

Ein anderes Geschenk machten die Bürger von Lich Schäfer-Gümbel schon am Sonntag: Sie wählten den dortigen SPD-Bürgermeisterkandidaten Julien Neubert mit 58,9 Prozent gegen den CDU-Bewerber zum neuen Bürgermeister.