Länder

Medizin Kammer spricht von zahlreichen Beschwerden

Ärzte als Leugner von Corona

Archivartikel

Stuttgart.Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) kritisiert Ärzte, die Gefahren der Corona-Pandemie leugnen. „Sachliche Debatten gehören zur Wissenschaft und Medizin unbedingt dazu. Es gilt die Meinungsfreiheit. Aber dort, wo der verantwortungsvolle Beruf des Arztes grob fahrlässig ausgeübt wird, so dass objektiv Menschenleben in Gefahr geraten, werden wir das keinesfalls hinnehmen“, so Lucha gegenüber dieser Zeitung.

Die Ärzte würden Außergewöhnliches leisten und stünden an vorderster Front bei der Bekämpfung der Pandemie. „Die hartnäckigen Corona-Leugner unter ihnen sind zwar eine laute, aber doch sehr kleine Minderheit“, so Lucha weiter. Die überwiegende Mehrheit verhalte sich sehr verantwortungsvoll.

Forschung infrage gestellt

Die Landesärztekammer hatte zuvor erklärt, sie erreichten zahlreiche Zuschriften aus der Bevölkerung zu Ärzten, die die Risiken der Corona-Pandemie herunterspielen, sie leugnen oder in Verschwörungstheorien einbetten. „Diese Ärztinnen und Ärzte äußern sich unter anderem dahingehend, dass sie Covid-19 als ungefährlich deklarieren sowie aktuelle Forschung zum Virus und die Sinnhaftigkeit von Impfungen infrage stellen“, heißt es bei der Landesärztekammer. Allerdings handele es sich hier um Einzelmeinungen innerhalb der Ärzteschaft.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg spricht von Einzelfällen. „Der überwiegende Teil der Ärzteschaft nimmt die Corona-Pandemie sehr ernst und tut alles dafür, sie einzudämmen“, so eine Sprecherin. In den Einzelfällen, in denen der KV Ärzte benannt würden, die beispielsweise während Untersuchungen gegen die Maskenpflicht verstoßen hätten, erhielten diese eine schriftliche Aufforderung, die Maskenpflicht zu beachten. Andernfalls würde der Vorstand der KV ein Disziplinarverfahren einleiten, das zu Geldbußen oder zum Entzug der Zulassung führen könne. 

Zum Thema