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Urteil Siebeneinhalb Jahre Haft für Mörder von Susanna

Ali B. erneut schuldig gesprochen

Archivartikel

Wiesbaden.Dreieinhalb Monate nach dem Urteil wegen Mordes an der 14-jährigen Schülerin Susanna ist der 22-jährige Ali B. in einem weiteren Prozess schuldig gesprochen worden. Das Landgericht Wiesbaden verhängte am Donnerstag wegen zweifacher Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens eine Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten gegen den abgelehnten Asylbewerber aus dem kurdischen Teil Iraks. Wegen Ermordung Susannas war er bereits am 10. Juli zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, weil seine Verteidiger Revision dagegen eingelegt haben.

Weiterer Jugendlicher verurteilt

Jetzt befand das Gericht Ali B. für schuldig, das elf Jahre alte Mädchen sowohl im April 2018 in seiner Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft als auch einen Monat später auf einem Parkplatz vergewaltigt zu haben. In beiden Fällen wurde er wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes verurteilt. Wie im Mordfall Susanna behielt sich das Gericht auch in diesem Fall eine anschließende Sicherheitsverwahrung vor. Diese schließt eine vorzeitige Entlassung aus der lebenslangen Haft nach 15 Jahren praktisch aus.

Bei der zweiten Tat soll sich neben Ali B. auch ein mitangeklagter Jugendlicher aus Afghanistan an dem Mädchen vergangen haben. Dieser wurde ebenfalls wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes verurteilt, in dem Fall zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und sechs Monaten. Der Jugendliche, der mindestens 15 Jahre alt sein soll, hatte als Zeuge auch im Prozess um den Mord an Susanna eine Schlüsselrolle gespielt. Er hatte Ali B. bereits nach dessen Ausreise in den Irak 2018 der Tat beschuldigt und die Ermittler zum Versteck von Susannas Leiche in einem Waldstück bei Wiesbaden-Erbenheim geführt.