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Beteiligung Junge Menschen können aktiv in Stadtteilen mitbestimmen / Stuttgart wählt im Januar neues Gremium

Als Jugendrat in der Politik mitmischen

Archivartikel

Stuttgart.Statt freitags vor dem Rathaus zu demonstrieren, sitzt die 17-jährige Minh Thi Huynh lieber im Rathaus und redet dort mit den Politikern auf Augenhöhe. Das kann Huynh, weil sie Mitglied im Jugendrat Stuttgart ist. „Alles, was man umsetzen will, kann man auch machen“, sagt Huynh. Geld und Kontakte seien da, man sei direkt am Geschehen und könne „was verändern“. Gründe genug für Huynh, die seit 2018 im Jugendrat im Bezirk Möhringen ist, auch bei der kommenden Wahl wieder zu kandidieren.

Älter als 14, jünger als 19 Jahre

In Stuttgart können sich Jugendliche noch bis diesen Donnerstag als Kandidaten für den Jugendrat aufstellen lassen. Die Wahlen finden vom 13. bis zum 31. Januar 2020 statt. Kandidieren und wählen können Jugendliche, die zum letzten Wahltag älter als 14, aber jünger als 19 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten in einem Stuttgarter Stadtbezirk wohnen – unabhängig von ihrer Nationalität. Zuletzt hatte der Stuttgarter Jugendrat Wasserspender auf öffentlichen Plätzen vorangetrieben und die Transportgebühren der Stadtbibliothek abschaffen lassen, wenn Bücher an Bezirksstandorten zurückgegeben werden. Außerdem hat er erreicht, dass der Bioanteil am Schulessen auf 25 Prozent gestiegen ist. 193 Jugendratsplätze für zwei Jahre sind zu besetzen, gewählt wird pro Stadtbezirk. Finden sich pro Bezirk nicht genug Kandidaten, finden dort keine Wahlen statt. Stattdessen werden Projektgruppen mit den Kandidaten eingerichtet, die von der Verwaltung unterstützt werden und die dieselben Rechte haben wie der gewählte Jugendrat.

Bisher hätten noch nicht genug Jugendliche ihre Kandidatur für die kommende Amtszeit angemeldet, sagt Roland Kelm von der Koordinierungsstelle für die Beteiligung Jugendlicher am kommunalen Geschehen. Kelm berichtet, dass das Interesse bei Vorstellung des Jugendrats in Schulklassen hoch sei, die tatsächlichen Bewerbungen blieben dann aber meist dahinter zurück. Auch Huynh hat in der Schule vom Jugendrat erfahren. Den beschreibt sie heute als „Sprachrohr aller Jugendlicher“. In Baden-Württemberg gibt es viele solche Angebote, die aber nicht alle „Jugendrat“ heißen. So gibt es in Biberach ein Jugendparlament, in Weinheim einen Jugendgemeinderat.

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