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Soziales Rheinland-Pfalz fördert den Aufbau von Wohn-Pflege-Gemeinschaften / Mangel an ambulanten Diensten als Problem

Alt werden im vertrauten Umfeld

Archivartikel

Mainz.Ein langes erfülltes Leben im vertrauten Umfeld – dieser Wunsch soll in Wohn-Pflege-Gemeinschaften seine Erfüllung finden. Unterstützung für den nicht immer einfachen Aufbau solcher Wohngruppen als Alternative zu Altenpflegeheimen gibt seit mehr als vier Jahren das Landesprojekt „Wohnpunkt RLP“, das kleine Gemeinden auf dem Land berät. Gestern zog eine Fachtagung in Mainz eine Zwischenbilanz. Das Projekt werde fortgesetzt, teilte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) mit.

Damit ältere Menschen weiter in ihrer vertrauten Umgebung leben könnten, seien barrierefreie und kostengünstige Wohnungen nötig, erklärte die Ministerin. Neue Wohnformen für das Leben im Alter müssten „mit guter Nachbarschaft und professioneller Unterstützung bei Bedarf“ gekoppelt werden.

Bereits eingezogen sind bislang 32 Menschen in Wohn-Pflege-Gemeinschaften in Merkelbach, Feilbingert und Neuburg. Weitere fünf Wohn-Pflege-Gemeinschaften werden in den nächsten zwei Jahren fertiggestellt und bezogen, wie die Beratungsfirma empirica mitteilte, die 22 Modellprojekte näher untersucht hat.

Weitere acht Kommunen sind demnach noch in der Planungsphase. In sechs Gemeinden wurde der Beratungsprozess beendet, da kein Investor oder Pflegedienst gefunden wurde. Eine Tagungsteilnehmerin aus einer dieser Gemeinden wies auf den Mangel an ambulanten Pflegediensten hin.

„Es läuft nicht immer rund beim Aufbau von Wohn-Pflege-Gemeinschaften“, räumte die Ministerin ein. Mitunter müssten viele Hürden genommen werden, vom Brandschutz bis zur Sozialhilfe. Manchmal seien intensive Diskussionen und lange Abstimmungsprozesse mit den unterschiedlichen Beteiligten nötig.

Bislang sind laut empirica Fördermittel von 1,5 Millionen Euro geflossen. Hinzu kamen private Investitionen von 3,6 Millionen Euro. Dabei seien 30 Arbeitsplätze neu entstanden. Bis Ende 2020 erwartet die Beratungsfirma einen weiteren baulichen Investitionsbedarf von sechs Millionen Euro.