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Technik RMV richtet mehr als 600 drahtlose Internetzugangspunkte an Fahrkartenautomaten im Rhein-Main-Gebiet ein

Am Bahnsteig kostenlos ins Netz

Oberursel.An über 600 Haltestellen an Bahnhöfen des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) können die Fahrgäste seit gestern kostenlos im Internet surfen. Erkennbar sei dies an dem WLAN-Zeichen an den Fahrkartenautomaten, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat anlässlich der Vorstellung des Angebotes in Oberursel bei Frankfurt.

Bis Ende Februar werden weitere Bahnhöfe folgen, dann wird WLAN fast flächendeckend an allen Bahnhöfen des RMV angeboten. Ausnahmen sind insgesamt vier Haltestellen im Kreis Limburg-Weilburg sowie im östlichen Main-Kinzig-Kreis.

Ländlicher Raum wird gestärkt

Der Betrieb des WLAN an den Bahnhöfen für die S-Bahnen und Regionalzüge kostet die Bahn im Jahr zwischen 700 000 und 800 000 Euro. Besondere Kosten für die neuen Automaten fallen nicht an. „Sie hätten sowieso ausgetauscht werden müssen“, berichtete Ringat.

Der Aufbau der Verbindung erfolgt über einen in den Automaten integrierten Router, der über das Mobilfunknetz einen sogenannten Hotspot, also einen öffentlichen und drahtlosen Internetzugangspunkt, errichtet.

Eine entsprechende Kennzeichnung der Automaten und der Hinweis „Hier gibt es freies WLAN“ verrät Pendlern und Bahnkunden, wo sie bereits online gehen können. Die Kunden müssen hierfür das entsprechende Netz des RMV auswählen, eine Registrierung ist nicht notwendig. Jedem Nutzer steht jeden Tag ein Datenvolumen von 100 Megabyte zur Verfügung. „Das wird hoffentlich dazu beitragen, dass noch mehr Leute auf Bus und Bahn umsteigen“, meinte der Landrat des Hochtaunuskreises und stellvertretende RMV-Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Krebs (CDU). Zudem werde damit der ländliche Raum gestärkt, in dem es kein öffentliches WLAN gebe. Kostenloses Surfen im Internet ist bereits in vielen S-Bahnen und in den Expressbussen des RMV möglich. Im vergangenen Sommer war mit der Einrichtung in den S-Bahnen begonnen worden. Bis Ende des Jahres soll jeder dieser Züge entsprechend ausgestattet sein. Laut Auskunft der Bahn läuft derzeit alles nach Plan.

Insgesamt betreibt der RMV derzeit 840 Hotspots. „Wir sind damit der größte WLAN-Anbieter im Personennahverkehr deutschlandweit“, berichtete Ringat. Es sei zudem angedacht, WLAN auch in U-Bahnen anzubieten.

Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den Ausbau prinzipiell. „Es ist schön, wenn es das Angebot gibt und wenn es genutzt wird“, sagte der hessische Landesvorsitzende Thomas Kraft. Fraglich sei, ob das WLAN tatsächlich überall funktioniere. Vom Ausbau in den S-Bahnen, der derzeit läuft, gebe es unterschiedliche Rückmeldungen. „Es funktioniert jedenfalls nicht konstant“, sagte Kraft. Probleme gebe es etwa bei Fahrten über Land, wo es nach wie vor Funklöcher gibt. lhe