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Gericht 25-Jähriger soll in Bad Kreuznacher Krankenhaus schwangere Frau mit Messer attackiert haben / Ungeborenes gestorben

Angeklagter schweigt zum Prozessauftakt

Archivartikel

Bad Kreuznach.Tatort ist das Zimmer 316 in der Gynäkologie des Krankenhauses St. Marienwörth in Bad Kreuznach. Dort wird am Abend des 11. Januar dieses Jahres eine 25 Jahre alte schwangere Frau mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. Ihr Leben wird mit einer Notoperation gerettet, das ungeborene Kind stirbt, laut Anklage wegen der eigenen Verletzungen und des Blutverlustes der Mutter. Tatverdächtig ist der gleichaltrige Vater des Kindes, am Mittwoch startete der Prozess gegen den Afghanen. Den ersten Verhandlungstag verfolgt der Mann ruhig, äußert sich nicht. Zahlreiche Polizeibeamte berichten von dem Einsatz, der in Bad Kreuznach für Aufregung gesorgt hatte.

Vorgeworfen wird dem Angeklagten versuchter Mord unter anderem in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch. Zudem soll der 2015 nach Deutschland gekommene Mann im Juli 2018 in seiner Wohnung in Biblis mit der Frau gegen ihren Willen Geschlechtsverkehr gehabt haben.

Zum Zeitpunkt der Attacke war das aus Polen stammende Opfer in der 26. Woche schwanger. Ob das Kind bei der Vergewaltigung gezeugt worden ist, sei nicht klar, sagte Oberstaatsanwältin Frohn. Dass der Angeklagte der Vater war, hatte ein DNA-Test ergeben.

Frohn sagte, der Angeklagte habe die Frau töten wollen. Sie spricht von mindestens 26 Messerstichen mit einem Klappmesser. Neun Zentimeter ist die Klinge lang. Mindestens der erste und zweite Stich seien auf den Bauch gerichtet gewesen. Das Opfer, das als Nebenklägerin auftritt, habe Schnittverletzungen erlitten sowie großflächige Narben davongetragen.

Der 25-Jährige war kurz nach der Tat selbst zur Polizei gegangen und hatte sich dort festnehmen lassen. Mehrere Polizisten berichten, dass er nach der Attacke ruhig gewesen sei. Ein Beamter sagt, der 25-Jährige habe ihm gegenüber von „Ärger mit Frau“ gesprochen.

Eine Polizistin beschreibt den Angeklagten in Vernehmungen als zunächst ruhig. Das habe sich geändert, als er vom Tod des Kindes gehört habe. „Er hat richtig geheult.“

In welcher Beziehung er mit der Frau genau stand, ist nicht ganz klar. Laut Landgericht war sie„mindestens eine Bekannte des Angeklagten“. Die beiden sollen nach der mutmaßlichen Vergewaltigung noch einvernehmlichen Sex gehabt haben.

Der Kammer um den Vorsitzenden Richter Folkmar Broszukat dürfte eine umfassende Beweisaufnahme bevorstehen. Verhandlungstage sind bis Ende September angesetzt.