Länder

Studie Jeder dritte Hesse schon Opfer

Angst vor Hetze im Netz

Wiesbaden.Die eigene politische Meinung wird im Internet aus Angst vor Herabwürdigung und Hass im Netz immer seltener geäußert. Nach einer repräsentativen Studie bekennt sich über die Hälfte der Hessen deswegen im Internet weniger zu ihrer persönlichen Einstellung zu politischen Vorgängen.

Kritik an Landesregierung

Jeder dritte Hesse wurde selbst Opfer von „Hassrede“ im Netz, wie aus der gestern in Wiesbaden vorgestellten Studie der Nichtregierungsorganisation Campact und des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) aus Jena hervorgeht. Über 1200 Menschen waren für die Studie „Hass im Netz“ befragt worden.

Besonders junge Menschen seien von der Entwicklung betroffen. 69 Prozent der Befragten in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen hätten angegeben, im Netz schon einmal bei politischen Themen beleidigt worden zu sein, erklärten die Initiatoren der Studie. Hassrede im Internet sei eine schleichende Bedrohung der Meinungsfreiheit. Deshalb müssten die Täter konsequent strafrechtlich verfolgt werden, damit sich die Menschen weiter im Netz frei bewegen können.

61 Prozent der Befragten gaben nach der Studie an, dass die Landesregierung zu wenig gegen Hassrede im Internet tut. Die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen versicherten, dass die Verbreitung von Hassrede und strafbares Verhalten im Internet von der Landesregierung nicht hingenommen werde. Das Internet sei kein rechtsfreier Raum, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Holger Bellino. lhe