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Justiz Einigung in Prozess gegen Pfarrer rückt näher

Annäherung bei der Strafdauer

Archivartikel

Mannheim.Im Betrugsprozess gegen einen ehemaligen Pfarrer aus dem Erzbistum Freiburg wird eine verfahrensverkürzende Verständigung wahrscheinlich. Der Anwalt des Angeklagten, Edgar Gärtner, hatte am Montag dem Landgericht Mannheim einen solchen Deal vorgeschlagen. Gestern sprach sich Gärtner für eine Gesamtstrafe aus, die „keinesfalls deutlich über vier Jahren“ liegen sollte. Die Staatsanwaltschaft hält eine Strafe zwischen drei Jahren und neun Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten für angemessen. Voraussetzung sei allerdings „ein voll umfängliches und von Reue getragenes Geständnis“, betonte Staatsanwalt Holger Hofmann.

228 000 Euro Schaden

Davon sei der Angeklagte noch weit entfernt, er habe die Kirchengemeinde, die Caritas sowie den Mannheimer Ursulinen-Konvent als „Selbstbedienungsladen“ betrachtet, bislang aber nur wenig Einsicht gezeigt. In den kommenden Tagen will sich die Große Wirtschaftsstrafkammer beraten, ob der bis Ende November angesetzte Prozess abgekürzt und sich das Gericht mit Verteidigung und Staatsanwaltschaft auf ein Strafmaß verständigen wird. Der nächste Verhandlungstag steht für den 1. Oktober an. Dem 54-jährigen ehemaligen Pfarrer und Dekan werden Untreue und Betrug in zahlreichen Fällen zum Nachteil eines örtlichen Caritasverbandes, einer Pfarrgemeinde sowie des Ursulinen-Konvents vorgeworfen. Der entstandene Schaden liegt laut Anklage bei rund 228 000 Euro. Der Geistliche sitzt seit Ende vergangenen Jahres in Untersuchungshaft.