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Landtag Präsidentin des Stuttgarter Parlaments will Jugendliche stärker einbinden / Stimmberechtigt bei Kommunalwahl am 26. Mai

Aras für generelles Wahlrecht ab 16

Archivartikel

Stuttgart.Die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) hat sich für eine allgemeine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre ausgesprochen. „Das würde ich sehr begrüßen“, sagte sie gestern bei der Vorstellung einer Kampagne der Landeszentrale für Politische Bildung für die etwa 530 000 Erstwähler im Land. Mit ihr zusammen präsentierten Kerstin Sommer vom Landesjugendring, die Erstwähler Björn Hintzen und Ulas Gönül sowie Hans-Ulrich Templ, Vizedirektor der Landeszentrale für politische Bildung, die Kampagne.

Über Schulen erreichbar

In der vergangenen Legislaturperiode habe sie zum aktiven Wahlrecht für Jugendliche noch eine andere Haltung gehabt, aber nun habe sie sich mehr damit beschäftigt, führte Aras aus. Wissenschaftliche Studien belegten, dass die Beteiligung an Wahlen umso länger anhalte, je früher man einsteige. Mit 16 Jahren erreiche man die jungen Menschen noch in den Schulen. „Deshalb bin ich inzwischen für eine generelle Altersabsenkung auf 16 Jahre“, sagte Aras.

Junge Menschen könnten mittlerweile für so viele Dinge Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. „Warum erklären wir sie dann bei der Bundestags-, Landtags oder Europawahl für nicht mündig genug, um wählen zu gehen?“ Jugendliche interessierten sich nicht nur für ihre direkte Umwelt, sondern auch für Plastikmüll im Ausland und Waffenexporte nach Saudi-Arabien. Das große Interesse müsse sich auch bei Wahlen zeigen.

Der 26. Mai ist Großwahltag in Deutschland. Neben dem Europaparlament können die Bürger im Südwesten und neun weiteren Bundesländern auch ihre Kommunalparlamente wählen. Aras rief zum Mitmachen auf. Die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen 2014 lag bei 49,1 Prozent. „Da ist deutlich Luft nach oben,“ sagte die Grünen-Politikerin.

Bei den Kommunalwahlen dürfen im Südwesten auch Jugendliche im Alter von 16 Jahren und 17 Jahren ihre Stimmen abgeben. lsw