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Protest Bewohner müssen 180 Euro für Vierbeiner zahlen

Arme Stadt mit hoher Hundesteuer

Archivartikel

Bad Karlshafen.Empörte Demonstranten, Protestplakate und jede Menge Hunde vor dem Rathaus: Diese Situation ist für die Bürger in Bad Karlshafen neu. Normalerweise geht es in dem barocken Kurstädtchen im Norden Hessens beschaulich zu. Doch am Donnerstag demonstrierten dort Zwei- und Vierbeiner gegen eine der höchsten Hundesteuern in Hessen.

Ständiger Zankapfel

Die Abgabe ist immer wieder Zankapfel in Städten und Gemeinden. Steuerzahlerbund und der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) Hessen halten die Abgabe für überflüssig und ungerecht. „Das ist einzig und allein eine Geldbeschaffungssteuer für in Not geratene Kommunen“, sagte VDH-Sprecher Jürgen Sauer. Das mit den leeren Kassen trifft auf jeden Fall zu. Die 3600-Einwohner-Stadt gilt als eine der ärmsten Kommunen Hessens und hat nun eine der höchsten Hundesteuern.

Statt wie vorher knapp 90 Euro im Jahr kostet das erste Tier nun 180 Euro, 300 Euro das zweite und jedes weitere 420 Euro. Möglicherweise ist das sogar die höchste Abgabe dieser Art in Hessen. Laut einer Erhebung des Steuerzahlerbundes lag unter den größeren Städten zuletzt nur Wiesbaden bei der Steuer für den Ersthund gleichauf – und dort kostet jeder weitere nur 180 Euro. Maritta Koch ist eine der Initiatorinnen des Protests. Sie hat vier Mischlinge und soll dafür 1320 Euro im Jahr bezahlen: „Und es gibt hier Hundehalter, die haben mehr als vier Hunde.“ Sie wisse von vielen, die sich die Steuer nicht leisten könnten. lhe