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Messerangriff Junger Mann ab Freitag vor Gericht

Attacke beim Umarmen

Archivartikel

Darmstadt.Rund sieben Monate nach den lebensgefährlichen Messerstichen auf ein 17 Jahre altes Mädchen in Darmstadt beginnt am Freitag der Prozess. Der mutmaßliche Täter, ein Asylbewerber aus Afghanistan, ist wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht angeklagt. Weil das Gericht davon ausgeht, dass er bei der Tat minderjährig war, wird nicht-öffentlich verhandelt. Wegen des großen öffentlichen Interesses lässt die Jugendkammer jedoch Medienvertreter zur Anklageverlesung und zur Verkündung des Urteils zu. Das Gericht hat vier Verhandlungstage angesetzt.

Alter noch unklar

Zu dem Messerangriff in Darmstadt war es kurz vor Heiligabend 2017 gekommen. Wenige Tage nach Weihnachten ereignete sich eine ähnliche Tat im rheinland-pfälzischen Kandel: Ein Flüchtling aus Afghanistan stach auf die 15 Jahre alte Mia ein. Sie starb. Der Prozess hat Mitte Juni vor dem Landgericht Landau begonnen. Auch dieser ist nicht-öffentlich, weil der Angeklagte zur Tatzeit womöglich minderjährig gewesen ist. Das genaue Alter des Tatverdächtigen aus Darmstadt ist auch unklar. Die Staatsanwaltschaft hat ihn als Jugendlichen angeklagt. Ein Gutachten hatte zuvor in der Altersfrage keine Gewissheit gebracht.

Der Afghane war laut Gericht 2015 als unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Er soll mit dem Opfer – einer Marokkanerin, die schon lange in Deutschland lebt – eine freundschaftliche Beziehung gehabt haben. Das Mädchen habe diese aber beendet. Zwei Tage vor Heiligabend seien die beiden aufeinander getroffen. Der Angeklagte habe den Wunsch geäußert, das Mädchen noch einmal zu umarmen. Dabei habe der Angeklagte ein Messer gezogen und auf das Mädchen eingestochen. Die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke aus. Eine Notoperation rettete der 17-Jährigen das Leben. lhe