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Tarifstreit Gewerkschaft ver.di plant Ausstand im Südwesten

Auch Nahverkehr bestreikt

Archivartikel

Stuttgart.Die Gewerkschaft ver.di plant im Südwesten weitere Warnstreiks. Vom kommenden Dienstag an werden diesmal nicht nur die Müllabfuhr, Kitas, Ämter und Kliniken im Südwesten bestreikt, sondern erstmals während der laufenden Tarifrunde auch der öffentliche Nahverkehr.

Die Aktionen sollen bis einschließlich Donnerstag dauern, teilte die Gewerkschaft ver.di mit; am darauffolgenden Wochenende treffen sich die Tarifparteien dann in Potsdam erneut zu Verhandlungen.

„Am 16. April muss es einen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst geben, der tarifpolitisch in das Jahr 2018 passt“, forderte ver.di-Landesbezirksleiter Martin Gross gestern. Weil diese Nachricht offenbar bei den Arbeitgebern noch nicht angekommen sei, wolle man nun mit der Ausweitung der Warnstreiks den Druck erhöhen.

Auf der Arbeitgeberseite kann man dieses Argument nicht nachvollziehen. „Wir haben ja alle gemeinsam die dritte Verhandlungsrunde auf den 15. April in Potsdam terminiert. Insofern sehen wir die anstehenden Streiks als völlig unnötig an“, sagte Joachim Wollensak, Hauptgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands Baden-Württemberg. Auch bundesweit kritisieren die kommunalen Arbeitgeber, die Streiks seien überflüssig und in keiner Weise förderlich für die Kompromisssuche.

Ver.di fordert für die bundesweit rund 2,3 Millionen Beschäftigten in den Kommunen und beim Bund sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat.

Im Südwesten betrifft der Tarifstreit rund 316 000 Beschäftigte in mehr als 800 Kommunen. Die Gewerkschaft kritisiert, dass der Überschuss der Kommunen im vergangenen Jahr in ganz Deutschland bei fast elf Milliarden Euro lag. In Baden-Württemberg habe es zum zweiten Mal in Folge fast eine Milliarde Euro Überschuss gegeben. lsw