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Aus Altrip lernen

Es gibt einen neuen – zugebenermaßen etwas flachen – Spruch in der Region Rhein-Neckar. Er hat mit dem FC Bayern und dessen jüngster Abwehrschwäche zu tun, aber auch mit den Rheinbrücken. Der FC Bayern – so der Witz – könne sich statt einer Viererkette ja einfach irgendeine Rheinbrücke in die Abwehr stellen. Da komme wenigstens niemand durch. . .

So traurig diese Tatsache daherkommt, so hoffnungsvoll stimmt das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Koblenz hinsichtlich des Baus einer neuen Rheinbrücke bei Wörth. Es lehnte die Klage des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Bezug auf naturschutzrechtliche Bedenken ab – zunächst nur auf rheinland-pfälzischer Seite. Das bedeutet, dass zumindest die im Planfeststellungsbeschluss festgelegte Trassenführung völlig in Ordnung ist. Kein Frosch, kein Käfer kann sie mehr gefährden.

Auch wenn es ein wenig populistisch klingt – das ist gut so. Natürlich brauchen wir den Naturschutz, aber wir brauchen gleichzeitig eine funktionierende Infrastruktur, die unseren Wohlstand nicht gefährdet. In der Vergangenheit haben wir uns in Deutschland viele Wege verbaut und im Planungsrecht bürokratische Hürden geschaffen, die wir kaum noch überspringen können. So treten wir auf der Stelle. Die alte Rheinbrücke, 1,4 Kilometer südlich gelegen, wurde 1966 für 18 000 Fahrzeuge pro Tag konzipiert. Heute wird sie von 80 000 überquert. Lieber schnell eine weitere Querung, ehe wir (k)ein neues Altrip erleben.

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