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Pflegeheime Lucha denkt über Lockerung bei Besuchen nach

„Ausnahmen nutzen“

Archivartikel

Stuttgart.Keine Besuche und kaum Austausch – für Senioren in Pflegeeinrichtungen sind die Folgen der strengen Corona-Auflagen erheblich. Und nur wenige Heime haben bisher die Verantwortung übernommen und Besuche unter strengsten Auflagen genehmigt. Nach Ansicht des baden-württembergischen Sozialministeriums sollten die Träger der Einrichtungen versuchen, Ausnahmeregelungen zu nutzen, sofern das möglich ist.

„Wir wollen ganz vorsichtig Kontakte wieder anbieten“, sagte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Allerdings sei der Grat zwischen Risiko und Lockerung sehr schmal. Konzepte für weitere Lockerungen sollen „in Kürze“ vorgelegt werden, kündigte der Minister an. Eine Arbeitsgruppe berät demnach Schritte und Handlungsempfehlungen. Mittlerweile habe sich in den Häusern vieles eingespielt. „Deshalb hat man die Einrichtungsträger nunmehr explizit ermutigt, von den bestehenden Ausnahmeregelungen Gebrauch zu machen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Nach Ansicht der SPD schiebt das Sozialministerium die Verantwortung lediglich auf die Heimleitungen ab. „Damit mache sich Lucha „einen schlanken Fuß“, kritisierte die Vize-Fraktionsvorsitzende der SPD, Sabine Wölfle. Der Vorsitzende des Landesseniorenrats, Uwe Bähr, macht sich für eine Öffnung der Heime stark: „Die Ausnahmeregelungen sollten offener ausgelegt werden“, sagte er. lsw

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